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Kulturherbst in München

by Sissi St. Croix
Kulturherbst in München - Weil's nach der Wiesn noch schöner ist

Nach dem »Prosit der Gemütlichkeit« auf dem Oktoberfest feiert München mit dem Kulturherbst seinen Reichtum an Kunst, Musik, Mode und Design. Für Kulturliebhaber beginnt dann die schöne Zeit des Jahres. Heuer heißt das Thema »Geniale Paare«. Vorgestellt werden Menschen und Konstellationen, die sich gegenseitig zu künstlerischen und kreativen Höchstleistungen beflügeln und beflügelt haben, wie Alexej von Jawlensky und Marianne von Werefkin. Die Ausstellung »Lebensmenschen« im Kunstbau des → Lenbachhauses widmet sich vom 22. Oktober 2019 bis zum 16. Februar 2020 dem Werk des Künstlerpaares und setzt es in Verbindung zu seiner wechselhaften Liebesbeziehung.

 

Eine Auswahl kongenialer Beziehungen

»Rot ist Leben, Energie, Potenz, Macht, Liebe, Wärme, Kraft. Rot macht high.«, war der Maler Rupprecht Geiger überzeugt. Der Münchner Maler war einer der bedeutendsten abstrakten Künstler der Nachkriegszeit und einer der ersten weltweit, der Bilder in irregulärem Format schuf. Rot dominierte dabei sein Schaffen wie keine andere Farbe. In den ehemaligen Atelierräumen in München-Solln betreut das → Archiv Geiger das Werk des Künstlers und führt bei Besichtigungen und Seminaren in seine Arbeit ein.

Freddy Mercury war Anfang der Achtzigerjahre regelmäßig zu Besuch in München. Damals mit dabei: Peter Ambacher, vielen Menschen auch bekannt als Travestiekünstler »Miss Piggy«. »Piggy’s Queen Tour« nimmt Besucher mit auf eine sehr persönliche Spurensuche durch Freddy Mercurys München (13., 20., 27. Oktober und 3. November 2019, Buchungen per E-Mail an: → m-piggy@t-online.de).

Der Münchner Blues-, Soul- und Rockmusiker Jesper Munk hat eine beachtliche Karriere hingelegt – vom Straßenmusiker zum gefeierten Nachwuchsstar. Für den Kulturherbst kehrt er in seine Heimatstadt zurück. »Blues meets Hip-Hop« ist das Motto der Loop Session in der Muffathalle am 11. Oktober 2019. Dann ist das 27-jährige Blues-Wunderkind zu Gast bei der populären Hip-Hop-Band → TRIBEZ.

Stammtisch und Spontaneität kommen beim Musikantenstammtisch im → Hofbräuhaus zusammen. Jeden ersten Montag im Monat rückt man im Braustüberl zur Jam Session eng zusammen. Dann mischen sich Profis mit Laien, Hobbygitarristen mit Bläsern aus der Philharmonie und bayerische Volksmusiker mit Kollegen aus Afrika, Brasilien oder Irland. Zuhörer sind herzlich willkommen (20:00 bis 23:00 Uhr, 1. Stock).

 

Mode und Design sind Trumpf

Auch Mode und Design prägen die Kultur in München: Seit vier Jahrzehnten wird die deutsche Ausgabe der Vogue in München herausgegeben. Nun zeigt die → Villa Stuck vom 10. Oktober 2019 bis zum 12. Januar 2020 die Ausstellung »Ist das Mode oder kann das weg?! 40 Jahre Vogue Deutschland«. Zu sehen sind Design-Kreationen, Fundstücke der Redaktion, Vogue-Cover der letzten Jahrzehnte und Fotografien, wie etwa von Karl Lagerfeld. Die Villa Stuck bietet einen reizvollen Hintergrund für die Ausstellung. Die Künstlervilla des Münchner Malers Franz von Stuck ist ein renommierter Ort der Begegnung mit Kunst des 19. bis 21. Jahrhunderts.

Das Modedesigner-Duo Talbot Runhof stattet Stars wie Julia Roberts oder Veronika Ferres aus. Der US-Amerikaner Jonny Talbot ist studierter Elektroingenieur und hat als Programmierer für die amerikanische Regierung gearbeitet, bevor er Modedesigner wurde. Adrian Runhof stammt aus einer Familie von Modeproduzenten, studierte nach dem Abitur aber zunächst BWL. Beide lernten sich 1991 in München kennen. Heute zeigen sie ihre Kreationen auf der Pariser Fashion Show – und in ihrer → Boutique in der Theatinerstraße 27 im Herzen von München.

Sitzmöbel und Stardesigner: → Die Neue Sammlung in der Pinakothek der Moderne beherbergt eine der umfangreichsten Sammlungen an Produkt- und Industriedesign weltweit. Zum 200-jährigen Jubiläum von »Thonet« hat der Münchner Industriedesigner Steffen Kehrle den hauseigenen Fundus an Sitzmöbeln neu in Szene gesetzt. Die Entwicklung von gebogenem Holz und Stahl machte Thonet-Möbel legendär. Den Stahlrohr- und Bugholzmöbeln aus der Bauhausepoche stellt die aktuelle Präsentation Entwürfe moderner Designer gegenüber, die heute für Thonet arbeiten. Zu sehen sind bis zum 2. Februar 2020 Sitzmöbel von Ed Harlis, Verner Panton, Norman Foster, Stefan Diez, Konstantin Grcic und Sebastian Herkner.

 

Sissis Resümee

Ich habe große Lust, diesen Herbst zu meinem ganz persönlichen Kulturherbst zu machen. Es gibt so viele → Münchner Museen, die ich schon viel zu lange nicht mehr oder sogar noch nie besucht habe. Ein längerer Abstecher ins Archiv Geiger steht schon fest im Terminkalender. Ebenfalls ansehen werde ich mir die Ausstellung »Ist das Mode oder kann das weg?! 40 Jahre Vogue Deutschland« in der Villa Stuck. Außerdem möchte ich endlich ins Ägyptische Museum und die Antikensammlungen bewundern – beides habe ich noch nie gemacht! Im November stehen dann das Jüdische Museum, das Museum Mensch und Natur sowie die Bayerische Staatssammlung für Paläontologie und Geologie auf dem Plan. Frau gönnt sich ja sonst nichts.

Auch im Winter werde ich nicht nur daheim hocken, sondern einige ausgesuchte Ausstellungen und Museen besuchen. Wenn → Anna mich im Dezember besucht, werde ich ihr auf jeden Fall das Valentin-Karlstadt-Musäum zeigen – ein Muss für jeden München-Besucher! Und vielleicht entführe ich sie danach noch ins Deutsche Theatermuseum.

Bist du ebenfalls kulturell interessiert? Ich freue mich wie immer über deinen Kommentar!

XOXO

Sissi

[Quelle: → München Tourismus und eigene Recherche. Artikelbild (Collage): Marianne von Werefkin, Selbstbildnis, 1910, Tempera auf Papier auf Karton, 51 x 34 cm, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München. Foto: Lenbachhaus. Allexej von Jawlensky, Selbstbildnis, 1912, Öl auf Karton, 53,5 x 48,5 cm, Museum Wiesbaden. Foto: Museum Wiesbaden; Bernd Fickert.]

 

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