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Die historischen Gemüsegärten der Schweiz

Sissi St. Croix
Die historischen Gemüsegärten der Schweiz

Der Juni ist heuer ein echter Büchermonat. Fast täglich läuten Paketboten an der Tür und schleppen tapfer riesige Buchpakete herbei. Bei den Packerlmännern mache ich mich damit vermutlich weniger beliebt – du aber darfst dich den ganzen Sommer über auf tolle Buchentdeckungen freuen! Und auch der Bücherherbst verspricht, ausgesprochen spannend zu werden. Eher zufällig bin ich im Rahmen einer Recherche über den Schweizer AT Verlag gestolpert. Der AT Verlag steht für sorgfältig gestaltete und reich bebilderte Bücher zu den Themen Kochen, Heilkunde, Naturerfahrung, Gestalten mit der Natur und Schweiz. Ich habe mich vom Fleck weg in das vielfältige Programm des Verlages verliebt und darf dir dankenswerterweise gleich mehrere Titel vorstellen. Den Anfang macht das zweisprachige Büchlein »Die historischen Gemüsegärten der Schweiz. Von den Rüben der Walser, den Pastinaken der Taglöhner und den Artischocken der Hugenotten« vom Freilichtmuseum Ballenberg, herausgegeben von Dominik Flammer und Sylvan Müller.

Wer uns schon länger kennt weiß, dass wir der Schweiz in vielerlei Weise verbunden sind. Und das nicht erst, seitdem → Markus Monat für Monat eine Woche im schönen Nyon arbeitet. Zumindest war das vor der Corona-Pandemie so, aktuell sitzt er wie so viele andere im Home Office. Im Moment bleibt uns also nichts anderes übrig, als von der Schweiz zu träumen. Und das geht natürlich am besten mit Naturbüchern und Reiseführern aus und über die Schweiz. Mit dem 120 Seiten starken Buch »Die historischen Gemüsegärten der Schweiz« hat es dabei eine ganz besondere Bewandtnis. Nicht nur, dass es in Deutsch und Französisch geschrieben ist und damit eine tolle Gelegenheit bietet, die vielleicht eingerosteten Sprachkenntnisse aufzufrischen. Nein, es widmet sich einem Kapitel der Schweizer Historie, die sonst literarisch eher vernachlässigt wird – und zwar der Ernährungsgeschichte der Schweiz, fundiert und unterhaltsam erzählt.

 

Verlagsinformation

Anhand von zwölf Gärten, die nach historischem Vorbild im Freilichtmuseum Ballenberg bepflanzt wurden, erzählt Dominik Flammer die Geschichte der Ankunft und Nutzung neuer Gemüsesorten in der Schweiz. Religionsflüchtlinge, Händler, Säumer und heimkehrende Söldner brachten ab dem 17. Jahrhundert unbekanntes Gemüse ins Land. Neue Nutzpflanzen begannen alte zu verdrängen. Die bekannten Autoren der Trilogie über → »Das kulinarische Erbe der Alpen« haben die Geschichte des Gemüseanbaus in der Schweiz in Wort und Bild aufgearbeitet. »Die historischen Gemüsegärten der Schweiz« dient so einerseits als Führer durch den Ballenberg, ist andererseits aber auch eine Fundgrube für alle, die sich für den Wandel des Gemüses von der Muszutat zur vollwertigen Speise interessieren.

 

Die historischen Gemüsegärten der Schweiz. Von den Rüben der Walser, den Pastinaken der Taglöhner und den Artischocken der Hugenotten

Die historischen Gemüsegärten der Schweiz

 

Buchinformationen

Titel: Die historischen Gemüsegärten der Schweiz – Les potagers historiques de la Suisse. Von den Rüben der Walser, den Pastinaken der Taglöhner und den Artischocken der Hugenotten
Broschiert: 120 Seiten
Verlag: AT Verlag
Erscheinungsdatum: 13. April 2020
Sprachen: Deutsch, Französisch
Format: 14,9 x 1,2 x 21,1 Zentimeter
ISBN-10: 3039020587
ISBN-13: 978-3039020584
Preis: EUR 20,00 [D] | CHF 19,90 [CH]

 

Die Autoren

Dominik Flammer, Jahrgang 1966, ist Essenforscher und Buchautor und beschäftigt sich seit dreißig Jahren mit der Geschichte der Ernährung. Seine Bücher und Filme sind international mit unzähligen Preisen ausgezeichnet worden. Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht das kulinarische Erbe des Alpenraumes und dabei insbesondere die engere Zusammenarbeit zwischen der Landwirtschaft und der Gastronomie. Der Autor ist überdies Inhaber der Zürcher Agentur → Public History Food. Derzeit leitet er den Aufbau des »Culinarium Alpinum«. Dieses internationale Kompetenzzentrum für alpine Kulinarik soll in Zusammenarbeit mit zahlreichen namhaften Organisation der Landwirtschaft, der Gastronomie und der Lebensmittelproduktion im ehemaligen Kapuzinerkloster in Stans im Schweizer Kanton Nidwalden im Herbst 2020 seine Pforten öffnen.

Sylvan Müller arbeitet seit über 20 Jahren als Fotograf. Viel beachtet sind seine Langzeitprojekte wie das → »Japan-Kochreisefotobuch«, »Mama kocht« oder »Das kulinarische Erbe der Alpen«. Seine Bilder bestechen durch einen unaufgeregten und unendlich reduzierten Stil.

 

Gartenimpressionen aus dem Freilichtmuseum Ballenberg

Die historischen Gemüsegärten der Schweiz 1

 

Die historischen Gemüsegärten der Schweiz 2

 

Die historischen Gemüsegärten der Schweiz 3

 

Die historischen Gemüsegärten der Schweiz 4

 

Die historischen Gemüsegärten der Schweiz 5

 

Die historischen Gemüsegärten der Schweiz 6

 

Die historischen Gemüsegärten der Schweiz 7

 

Sissis Resümee

Während heutzutage die Marktstände vor Gemüsesorten geradezu überquellen und wir die Qual der Wahl haben, welches »bunte Grünzeug« wir denn heute auf den Tisch bringen, war Gemüseanbau in vergangenen Jahrhunderten nicht nur mühselig, sondern auch eine Frage der Existenz. Die Beschäftigung mit traditionellem Gemüse und dem Wissen über seine Herkunft ist Teil unseres Kulturerbes – und heute vielleicht wichtiger denn je. Dieses einst überlebensnotwendige Wissen muss aktiv gepflegt, aufrechterhalten und vermittelt werden. Dazu leistet das Buch »Die historischen Gemüsegärten der Schweiz. Von den Rüben der Walser, den Pastinaken der Taglöhner und den Artischocken der Hugenotten« einen wichtigen Beitrag.

Doch der liebevoll bebilderte Gartenführer ist viel mehr als nur ein Wegbegleiter durch zwölf historische Gemüsegärten aus allen Regionen der Schweiz. Er ist auch ein Spiegel unser aller Geschichte. Wer hätte zum Beispiel gedacht, dass es meine hugenottischen Vorfahren waren, die den Schweizern die Artischocke gebracht haben? Oder dass die von mir so gern vernaschte Honigmelone bereits seit Jahrhunderten in der Schweiz angebaut wird? Ich habe beim Lesen viel gelernt, oft gestaunt und nicht selten geschmunzelt. Kurz: Die Lektüre des Buches ist ebenso lehrreich wie vergnüglich und inspiriert dazu, sich auch im eigenen Garten dem Anbau altehrwürdiger Gemüsesorten zu widmen.

Wenn du nun ebenfalls Lust auf eine kleine Zeitreise in die Schweizer Ernährungsgeschichte bekommen hast, dann kannst du den Gartenführer »Die historischen Gemüsegärten der Schweiz« über den Buchhändler deines Vertrauens beziehen oder direkt → beim AT Verlag bestellen. Das Buch gibt es übrigens auch in englischer und italienischer Sprache.

XOXO

Sissi

[Transparenz: Das Buch »Die historischen Gemüsegärten der Schweiz« wurde uns als Rezensionsexemplar vom → AT Verlag zur Verfügung gestellt. Gartenfotos: © → Ballenberg, Freilichtmuseum der Schweiz.]

 

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