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Verbrauchertipps zum Erdüberlastungstag

Sissi St. Croix
Verbrauchertipps zum Erdüberlastungstag 2020

Verbraucher können mit einfachen Mitteln weniger Ressourcen verbrauchen und gleichzeitig Geld sparen. Darauf macht die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online am heutigen Erdüberlastungstag aufmerksam.

Mit dem Erdüberlastungstag (Earth Overshoot Day) wird weltweit auf den zu hohen Verbrauch natürlicher Ressourcen hingewiesen. In diesem Jahr fällt er auf den 22. August. Laut Berechnungen sind an diesem Tag bereits alle Ressourcen verbraucht, die die Erde innerhalb eines Jahres wiederherstellen kann. Aufgrund der Corona-Krise ist der Verbrauch zwar gesunken. Für das nächste Jahr rechnen Experten aber wieder mit steigenden Zahlen.

 

Tipps für weniger CO2 – häufig kostenlos und schnell umsetzbar

Wie Beispiele von co2online zeigen, lässt sich der Verbrauch von Ressourcen oft mit wenig Aufwand senken. Einige Tipps sind innerhalb von Minuten umzusetzen und verringern nicht selten sogar auch die Kosten.

 

1. Biogas, Ökostrom und Solarenergie nutzen

Der → Wechsel des Anbieters für Gas und Strom zählt zu den wirkungsvollsten und schnellsten Schritten für einen geringeren Ressourcenverbrauch. Mit Biogas lassen sich rund 1 500 Kilo CO2 pro Person und Jahr vermeiden, mit Ökostrom rund 590 Kilo. Zum Vergleich: Pro Person wird in Deutschland mit etwa 9 600 Kilo CO2 gerechnet. Für Hauseigentümer bietet sich außerdem Solarstrom an: Eine durchschnittliche Anlage vermeidet etwa 1 200 Kilo CO2.

 

2. Richtig lüften und effizienter heizen

Noch ist die → Heizung meist aus. Aber spätestens im Oktober läuft sie wieder auf vollen Touren. Bis dahin sollten sich Eigentümer und auch Mieter informieren – über richtiges → Lüften und Helfer wie über smarte → Thermostate. Damit sorgen sie im Schnitt für etwa 340 Kilo weniger CO2. Richtiges Lüften ist kostenlos und die Ausgaben für → effizientes Heizen machen sich oft schnell bezahlt.

 

3. Warmwasser sparen

Durchflussbegrenzer und Sparduschköpfe sind die wohl unscheinbarsten Helfer für weniger Ressourcenverbrauch im Haushalt. Beide sind für wenige Euro im Baumarkt erhältlich und leicht zu installieren. Wer → Warmwasser spart, profitiert doppelt: weniger Ausgaben für → Wasser und für Energie. Damit können Verbraucher im Schnitt 210 Kilo CO2 vermeiden.

 

4. Weniger Tierprodukte kaufen

Der Ressourcenverbrauch und die CO2-Emissionen durch Ernährung sind größer als die meisten Verbraucher denken. Schon eine kleine Umstellung auf weniger Fleisch verbessert die Bilanz deutlich. Sich vegetarisch zu ernähren bringt noch mehr, vegan am meisten. Mit einer ressourcenschonenden Ernährung fallen im Schnitt 470 bis 1 010 Kilo weniger CO2 an.

 

5. Flugreisen und Verbrenner vermeiden

Wer auf Flüge zu anderen Kontinenten verzichtet, kann besonders viele Ressourcen sparen. Aber auch Fliegen innerhalb Deutschlands trägt stark zur Erdüberlastung bei. Pro gestrichener Flugreise und Person sind im Schnitt 320 bis 3 650 Kilo CO2 weniger möglich. Der Wechsel vom Verbrenner zum Elektroauto kann ebenfalls zu den wirksamsten Schritten zählen – vor allem, wenn Solarstrom oder anderer Ökostrom genutzt wird.

 

Wie Verbraucher am meisten CO2 vermeiden können

 

Über co2online

Die gemeinnützige co2online GmbH setzt sich dafür ein, den klimaschädlichen CO2-Ausstoß zu senken. Seit 2003 helfen die Energie- und Kommunikationsexperten privaten Haushalten, ihren Strom- und Heizenergieverbrauch zu reduzieren. Mit onlinebasierten Informationskampagnen, interaktiven Energiesparchecks und Praxistests motiviert co2online Verbraucher, mit aktivem Klimaschutz Geld zu sparen. Die Handlungsimpulse, die die Aktionen auslösen, tragen nachweislich zur CO2-Minderung bei. Unterstützt wird co2online dabei von der Europäischen Kommission, dem Bundesumweltministerium sowie einem Netzwerk mit Partnern aus Medien, Wissenschaft und Wirtschaft.

 

Sissis Resümee

Der heutige Tag liegt mir schwer im Magen. Es ist ein erschreckender Gedanke, dass es ab heute nur noch »abwärts« geht, sprich: wir alle Ressourcen verbraucht haben, die die Erde innerhalb eines Jahres wiederherstellen kann. Und doch machen wir Menschen munter weiter und betreiben Raubbau an unserem Planeten. Ich bin nie besonders gut in Mathematik gewesen, aber selbst ich mit meinen schwachen Rechenkünsten verstehe, dass die Reserven in naher Zukunft erschöpft sind. Und dann? Wir haben keinen »Zweitplaneten«, der wie von Zauberhand auftaucht und uns alle rettet. Einmal abgesehen davon, dass wir den vermutlich in ähnlicher Geschwindigkeit zerstören würden. Vielleicht sogar noch schneller.

Rund 10 000 Kilo → CO2 im Jahr verursacht im Schnitt jeder von uns in Deutschland. International sind es etwa 5 000 Kilo – als »klimaverträglich« gelten noch weniger. Nun können wir natürlich in unserer hochtechnisierten Gesellschaft nicht zurück zu einem Leben im Rhythmus der Natur. Oder doch? Wie wäre es zum Beispiel damit, im Sommer ein, zwei Stunden früher aufzustehen und das Tageslicht zu nutzen? Überhaupt sollten wir alle mehr darauf achten, wann und wie lange wir künstliches Licht einschalten und welche Leuchtmittel wir verwenden. Eine gemütliche Lampe beim Fernsehabend mag heimelig sein. Aber ist sie wirklich nötig? Und wo wir schon einmal dabei sind: Muss der Fernseher wirklich rund um die Uhr »nebenbei« laufen?

Auch → unterwegs ist Klimaschutz ein wichtiges Thema. → Markus und ich nutzen bewusst die öffentlichen Verkehrsmittel, obwohl mich der MVV oft an den Rand des Nervenzusammenbruchs treibt. Aber das ist ein kleines Opfer für weniger CO2. Außerdem gehen wir viel zu Fuß, was auch noch gut für unsere Gesundheit ist. Und für Reisen nutzen wir meist die Deutsche Bahn. Jobbedingt musste der beste Ehemann von allen zwar vor der Corona-Pandemie ein Mal im Monat in die Schweiz fliegen, aber das ließ sich aufgrund seiner Termine leider nicht vermeiden. Wir haben dann immer versucht, privat einen »Klimaausgleich« zu schaffen, zum Beispiel beim → Einkaufen oder auch durch eine unserer Müllsammelaktionen.

Durch die Pandemie ist der Klimawandel leider aus dem Rampenlicht gerückt. Wir alle sollten daher den heutigen Erderwärmungstag zum Anlass nehmen, innezuhalten und über unseren eigenen CO2-Ausstoß nachzudenken. Ich bin sicher, dass jeder von uns noch etwas tun kann, um CO2 einzusparen. Machst du mit?

XOXO

Sissi

[Quelle: → co2online. Artikelbild: Alin Andersen.]

 

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