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Voller die Tonnen nie quellen …

von Sissi St. Croix
Voller die Tonnen nie quellen ...

An den Weihnachtstagen wird aufgetischt, was Küche und Keller hergeben. Ob Zimtsterne, Nussbraten mit Knuspergemüse oder Blaubeerpunsch – jeder möchte seinen Lieben an den Feiertagen etwas Besonderes bieten. Dabei landet meist mehr im Einkaufswagen, als später in den Magen passt. Oft wandern daher einige Tage nach Weihnachten etliche Reste in die Tonne. Der WWF rät zu einem moderateren Einkauf vor dem Fest und regt dazu an, Lebensmittelreste lecker zu verwerten.

Die Reduzierung von Lebensmittelverschwendung fängt bereits beim Einkauf an. Wer vorab die Portionen realistisch nach dem tatsächlichen Bedarf kalkuliert, kann mühelos übermäßige Reste vermeiden. Ein Einkaufszettel hilft, dem Lockruf unnötiger Produkte zu widerstehen. Denn gerade in der Weihnachtszeit verleiten die übervollen Regale und die über die Feiertage geschlossenen Läden zu regelrechten Hamsterkäufen.

 

Was tun mit Lebensmittelresten?

Falls du trotz aller Planung zu viel eingekauft hast, müssen die Reste nicht zwangsläufig in der Tonne landen. Bei richtiger Lagerung können aus den meisten Zutaten nach den Festtagen noch wunderbare Gaumenfreuden entstehen. »Kochen und Backen mit Resten schmeckt und ist ein aktiver Beitrag gegen die Verschwendung von Lebensmitteln«, sagt Tanja Dräger de Teran, WWF-Expertin für Lebensmittelverschwendung.

So wird zum Beispiel aus übrig gebliebenen Plätzchen zusammen mit den letzten Schokoladenweihnachtsmännern und Birnen ein köstliches Dessert. Aus nicht mehr ganz so knackigen Äpfeln zauberst du mit einer Prise Zimt im Handumdrehen einen Bratapfel-Smoothie. Oder du backst daraus einen Apple Crumble mit Mandelboden. Falls du von Plätzchen nicht genug bekommen kannst, kannst du mit überreifen Bananen Haferkekse backen. Und angeschrumpelte Orangen verwandeln sich beim nachweihnachtlichen Hausputz in einen biodynamischen Allzweckreiniger.

 

Hintergrund

Laut WWF gehen in Deutschland jährlich rund 18 Millionen Tonnen Nahrungsmittel verloren. Über 60 Prozent der Verluste entstehen entlang der Wertschöpfungskette – vom Produzenten bis hin zu Großverbrauchern wie Gastronomie oder Betriebsküchen. Ungefähr 40 Prozent entfallen auf Privathaushalte. Jedes verschwendete Lebensmittel ist eine verschwendete Ressource und eine Belastung für das Klima. Durch einen sorgsameren Umgang mit Lebensmitteln könnten über zwei Millionen Hektar an landwirtschaftlicher Fläche weniger in Anspruch genommen werden. Das spart rund 40 Millionen Tonnen an Treibhausgasen! Ein erheblicher und notwendiger Beitrag zum Ressourcen- und Klimaschutz.

 

Sissis Resümee

Zugegeben: Es ist nicht immer einfach und mit einem gewissen Mindestmaß an Planung verbunden, wenn du Lebensmittelverschwendung vermeiden willst. Vor allem Single-, aber auch Zwei-Personen-Haushalte können ein trauriges Lied davon singen. Der herkömmliche Einzelhandel scheint nämlich bedauerlicherweise – fast – nur an Großfamilien zu denken … Wie oft schon habe ich mich darüber geärgert, dass ich Angebote nicht wahrnehmen konnte, weil die Portionen schlicht zu groß für uns gewesen wären. Alternativ könnte ich natürlich auf winzige Lebensmittelrationen für Single-Haushalte zurückgreifen, bin aber nicht bereit, die dafür geforderten absurden Preise zu zahlen.

Auch der Weg zum Wochenmarkt (gibt es in unserem Stadtviertel nicht), zum Viktualienmarkt in der Innenstadt (zwei Stunden Extraweg und sehr teuer) oder zum Unverpackt-Laden (ebenfalls sehr weit entfernt und nicht gerade günstig) bietet keine echte Alternative. Ich habe mir daher schon vor Jahren eine »Müllvermeidungsstrategie« zurechtgebastelt. So koche ich zum Beispiel sehr viel auf Vorrat, fermentiere Gemüse, koche Obst ein und nutze die Tiefkühlfächer meines französischen Kühlschrankes, wann immer es sich anbietet. Für besondere Gelegenheiten wie Geburtstage oder Weihnachten beginne ich mindestens drei Monate im voraus damit, mir leckere Rezepte zu überlegen und dann meine wöchentlichen Einkäufe darauf abzustimmen. Dabei nutze ich Gerichte, bei denen entweder nichts übrig bleibt oder Reste sich einfrieren lassen.

Bleibt dann doch einmal etwas übrig, sind das meist Grundzutaten, die sich in meiner Resteküche prima verarbeiten lassen. Aus Bananen und anderen Früchten mache ich sehr gern Eis oder Smoothies. Gemüse lässt sich hervorragend in Eintöpfen verarbeiten, die sich anschließend einfrieren lassen. Schokolade und anderen Süßkram verwandele ich in Desserts oder Trüffel. Dazu benötige ich lediglich ein bisserl Fantasie – und aromatische Gewürze. Merke: Erlaubt ist, was schmeckt!

Was tust du, um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden?

XOXO

Sissi

[Quelle: WWF World Wide Fund For Nature und → WWF Deutschland sowie eigene Recherche. Artikelbild: Thomas Dils.]

 

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