Schlangenknöterich (Bistorta officinalis)

Schlangenknöterich

In feuchten Wiesen und an Gewässerrändern erheben sich im Mai hellrosa Blütenstände, die an Pfeifenputzer erinnern. Der Schlangenknöterich (Bistorta officinalis) – manchmal auch Wiesenknöterich genannt – lockt nun zahlreiche Bestäuber wie Bienen oder Schmetterlinge an.

Die hübsche Pflanze benötigt einen eher sonnigen, feuchten bis nassen sowie nährstoff- und humusreichen Standort. Auch im Garten fühlt er sich an entsprechenden Stellen wohl, etwa am Teichrand. Und selbst auf dem Balkon blüht der rosa Knöterich gern. Hierfür eignet sich ein Topf mit hohem Untersetzer am besten, sodass er immer etwas im Wasser steht. Denn austrocknen sollte der Topf nicht. Passende Partner im Garten oder im großen Kübel sind Bach-Nelkenwurz oder die später blühenden Pflanzen Blut-Weiderich und Mädesüß.

An geeigneten Standorten benötigt die Pflanze keine Pflege, sondern breitet sich gerne von selbst aus. Nachhelfen können wir, indem wir sie aussäen oder das Rhizom teilen und an weiteren Stellen einpflanzen. Dann können wir mit dem wunderschönen »Pfeifenputzer« noch mehr Insekten anlocken.

 

Schlangenknöterich – auch köstlich auf dem Teller

Nicht nur die Blüten, auch die Blätter sind interessant: Wir können sie nämlich in Maßen als Salat essen. Auch zahlreiche Schmetterlingsraupen, wie die von einigen seltenen Perlmutt- und Feuerfaltern, benötigen die Blätter als Nahrung. Für uns essbar ist übrigens auch das Rhizom, das durch seine S-Form dem Schlangenknöterich seinen Namen gibt. In der Naturheilkunde wird es unter anderem bei Durchfall oder Rachenentzündungen verwendet.

Schlangen-Knöterich (Bistorta officinalis)

 

Steckbrief »Schlangenknöterich«

Lateinischer Name: Bistorta officinalis
Blütenfarbe: rosa
Blütezeit: Mai bis Juli
Wuchshöhe: 60 bis 90 Zentimeter, selten bis 120 Zentimeter
Familie: Knöterichgewächse (Polygonaceae)
Nährstoffbedarf: mittel bis hoch (aber: kalkarm!)
Feuchtigkeitsbedarf: hoch
Lichtverhältnis: sonnig bis halbschattig
Standort: Feuchtwiese im Garten, Teichrand oder Balkonkübel, kühl
Pflegeanspruch: gering
Besonderheiten: Bienen- und Schmetterlingsweide, Pollenpflanze, mehrjährig, ausbreitungsfreudiger Bodendecker

 

Sissis Resümee

Was für eine schöne Wildstaude! Zu gern hätte ich eine kleine Kolonie des Schlangenknöterichs in unserem Garten. Da wir aber keine geeignete Stelle dafür haben und die Pflanze noch dazu sehr ausbreitungsfreudig ist, muss ich wohl darauf verzichten. Aber vielleicht versuche ich es nächstes Jahr mal mit einem feuchten Kübel auf dem Balkon … In diesem Jahr wage ich bereits einige Pflanzexperimente mit Wildpflanzen, um die heimische Bienenwelt zu verwöhnen, und möchte mich nicht verzetteln. Außerdem brauche ich auf dem Balkon ja auch noch ein bisschen Platz für Menschen.

Sehr spannend neben dem Nutzen für Bienen und Schmetterlinge finde ich die kulinarische Verwendung, die Schlangenknöterich in der Wildkräuterküche findet. So schmeckt er beispielsweise köstlich als Ersatz für Spinat! Darüber hinaus kannst du die Blätter auch als Salat oder als Blattgemüse in Reisgerichten und Co. genießen. Und wenn du es ganz »wild« treiben willst, kannst du im Herbst bis in den Winter hinein die Rhizome ausgraben, in dünne Scheiben geschnitten über Nacht in Wasser einweichen und am Folgetag als Bratlinge abbraten. Aber sei vorsichtig: Alle Teile der Pflanze enthalten sehr viel Oxalsäure und Gerbstoffe, sodass du dir diesen besonderen Genuss nur ab und zu gönnen solltest. Guten Appetit!

XOXO

Sissi

[Text: Markus Schmidt, → Stiftung für Mensch und Umwelt. Grafik: via Stiftung für Mensch und Umwelt. Der Steckbrief des Schlangenknöterichs wurde von mir hinzugefügt. Artikelbild: Hajotthu | → CC BY-SA 3.0.]