Von Bienen und Blümchen – Ausflug zur Stadtgärtnerei Zürich

Ausflug zur Stadtgärtnerei Zürich

Zürich, eine Stadt, die für ihre spannende Mischung aus urbanem Chic und atemberaubender Natur bekannt ist, birgt eine Vielzahl an Schätzen und Ausflugsmöglichkeiten. Einer der weniger bekannten Orte ist die Stadtgärtnerei Zürich in Albisrieden. Ein 7.000 Quadratmeter großer grüner Mikrokosmos, in dem jährlich rund 250.000 Pflanzen für öffentliche Blumenrabatten gezüchtet werden. Daneben erwarten dich ein großzügiger historischer Schaugarten mit botanischen Raritäten wie der 1940 gepflanzte Taschentuchbaum (Davidia Involucrata), Tausende von Blumen, zwei Schauhäuser mit vielen Pflanzen aus den Tropen und Suptropen sowie einigen Tieren und nicht zuletzt wechselnde Ausstellungen und Märkte.

Entdeckt habe ich diesen Geheimtipp für Naturliebhaber und Pflanzenfotografen schon im Frühjahr 2024. Anlass war der 20. Tomatensetzlingsmarkt, veranstaltet von ProSpecieRara, Bioterra und der Stadtgärtnerei Zürich. Ich gebe zu, ich kam hauptsächlich wegen der Tomaten.

Doch was ich an jenem sonnigen Apriltag entdeckte, war ein kleines grünes Paradies, das mich sofort in seinen Bann zog. Obgleich sowohl das Palmenhaus als auch das Tropen- und Subtropenhaus aufgrund des Setzlingsmarktes geschlossen waren, spürte ich sofort die besondere Atmosphäre. Ein Ort, der zum Entschleunigen einlädt, der die Hektik der Stadt draußen lässt und in dem die Natur die Hauptrolle spielt.

Ein erneuter Ausflug in die Stadtgärtnerei Zürich war schon seit Langem geplant. Doch auch mein Tag hat nur 24 Stunden und die Schweiz bietet so viele Ausflugsmöglichkeiten, dass ich meinen längst überfälligen Besuch erst Ende Juli an einem regnerischen Tag nachholen konnte. An meiner Seite unser frisch eingetroffener Besuch aus Berlin und in meiner Tasche die Kamera. Es hat sich gelohnt – die Stadtgärtnerei Zürich zeigte sich trotz Regen und Gewitter von einer ganz neuen, zauberhaften Seite!

Grüner Geheimtipp im Herzen Zürichs

Die Stadtgärtnerei Zürich ist ein traditionsreicher städtischer Produktionsbetrieb, der für die Zucht von Schnittblumen, Gemüsesetzlingen und Topfpflanzen zuständig ist. Eine weitere wichtige Aufgabe ist die Gestaltung von Dekorationen und Blumenarrangements für offizielle Anlässe der Stadt durch die hauseigene Floristikabteilung. Das wohl schönste Beispiel dafür sind die Rosenbrunnen in der Zürcher Altstadt während der Karwoche, ein alljährliches Sinnbild für Hoffnung und Zuversicht.

Grüne Oase mitten in der Stadt: Sandgarten mit Agaven, Palmen und Wüstengräsern in einer Dünenlandschaft aus Meeressand.
Grüne Oase mitten in der Stadt: Sandgarten mit Agaven, Palmen und Wüstengräsern in einer Dünenlandschaft aus Meeressand.
Vermutlich Wimper-Perlgras (Melica ciliata), aber ich bin mir nicht sicher ... Es könnte auch Orient-Lampenputzergras (Cenchrus orientalis) oder ein ganz anderes Gras sein. Kannst du weiterhelfen?
Vermutlich Wimper-Perlgras (Melica ciliata), aber ich bin mir nicht sicher … Es könnte auch Orient-Lampenputzergras (Cenchrus orientalis) oder ein ganz anderes Gras sein. Kannst du weiterhelfen?
Auch meine geliebten Sukkulenten finden hier ihren Platz.
Auch meine geliebten Sukkulenten finden hier ihren Platz.
Ein schöner Rücken kann auch entzücken ... Bei der Biene auf der Herbstanemone (Anemone hupehensis) handelt es sich wahrscheinlich um eine Honigbiene (Apis mellifera), genauer gesagt eine Italienische Biene (Apis mellifera ligustica).
Ein schöner Rücken kann auch entzücken … Bei der Biene auf der Herbstanemone (Anemone hupehensis) handelt es sich wahrscheinlich um eine Honigbiene (Apis mellifera), genauer gesagt eine Italienische Biene (Apis mellifera ligustica).
Granatapfelbaum (Punica granatum).
Granatapfelbaum (Punica granatum).
Vergängliche Schönheit: Hortensie (Hydrangea arborescens)
Vergängliche Schönheit: Hortensie (Hydrangea arborescens).
Gemeine Hasel (Corylus avellana) im Regen.
Gemeine Hasel (Corylus avellana) im Regen.
Indisches Blumenrohr (Canna indica), auch Essbare Canna, Achira oder Kapacho genannt.
Indisches Blumenrohr (Canna indica), auch Essbare Canna, Achira oder Kapacho genannt.
Schoten des Judasbaumes (Cercis siliquastrum), auch als Herzbaum bekannt. Vorsicht: giftig!
Schoten des Judasbaumes (Cercis siliquastrum), auch als Herzbaum bekannt. Vorsicht: giftig!
Tellerhortensie (Hydrangea macrophylla).
Tellerhortensie (Hydrangea macrophylla).

Aktivitäten in der Stadtgärtnerei

Die Parkanlage mit europäischen und überseeischen Pflanzen, der großen Blumenwiese und dem Sandgarten lädt zum Spazieren, Schauen, Staunen und Schnuppern ein. Tipp: Im Sommer dürfen die Gelbbauch-und Rotwangen-Schmuckschildkröten, die sonst drinnen untergebracht sind, draußen im Becken neben der Pergola paddeln und die Sonnenstrahlen genießen. Eine gute Gelegenheit, um diese faszinierenden Reptilien aus der Nähe zu beobachten und zu fotografieren! (Habe ich schon mal erwähnt, dass ich Schildkröten liebe?)

Nach einem entspannten Rundgang durch den denkmalgeschützten historischen Park laden Palmen-, Tropen- und Subtropenhaus mit einer üppigen Vielfalt an Blumen, Düften und Früchten zu einer exotischen Auszeit ein – perfekt auch und gerade bei Regenwetter! Wem das alles noch nicht genug Natur ist, der besucht das Bildungszentrum, ein Ort für wechselnde Jahresausstellungen (aktuell: »Vernetzte Natur – Lebenswerte Stadt«), öffentliche Rundgänge und Führungen sowie Kurse und Workshops rund um ein grünes Leben, aber auch Anlässe wie das »Fiirabig-/Morge-Gärtnere« oder »Grün über Mittag«.

Für private Gruppen können Führungen durch die Schauhäuser und die Pflanzenproduktion gebucht werden und es besteht sogar die Möglichkeit, Seminarräume für Workshops oder Tagungen zu mieten.

Darüber hinaus veranstaltet die Stadtgärtnerei Zürich auch Märkte wie den Tomatensetzlingsmarkt und bietet jeden 1. und 3. Mittwoch im Monat von 14:00 bis 16:00 Uhr eine Pflanzenberatung rund um die Pflege von Garten- und Zimmerpflanzen für Privatpersonen. Ein Angebot, das ich bei akut auftretenden Problemen auf jeden Fall in Anspruch nehmen werde, um die eine oder andere Frage zu meinen eigenen Grünlingen zu klären.

Seltene Sichtung: Weicher Bärenklau (Acanthus mollis).
Seltene Sichtung: Weicher Bärenklau (Acanthus mollis).
Gibt es in vielen Farben: die Chinesische Prachtspiere (Astilbe chinensis).
Gibt es in vielen Farben: die Chinesische Prachtspiere (Astilbe chinensis).
Rosa Flammenblume (Phlox paniculata) in all ihrer Pracht.
Rosa Flammenblume (Phlox paniculata) in all ihrer Pracht.
Und noch eine Tellerhortensie (Hydrangea) mit ausgefallenem Blatt- und Blütenschmuck.
Und noch eine Tellerhortensie (Hydrangea) mit ausgefallenem Blatt- und Blütenschmuck.
Wenn mich nicht alles täuscht, ist das Japanische Lavendelheide (Pieris japonica) vor Rhododendren.
Wenn mich nicht alles täuscht, ist das Japanische Lavendelheide (Pieris japonica) vor Rhododendren.

Pflanzenlädeli

Zwar ist die Gärtnerei kein reguläres Gartencenter, aber es gibt einen kleinen Selbstbedienungladen mit saisonalen Zimmer- und Gartenpflanzen, die du gegen einen überschaubaren Obulus mit nach Hause nehmen kannst. Ein wirklich nettes Detail, das zeigt, wie sehr sich das Team hier für seine Arbeit begeistert. Zahlen kannst du auf Vertrauensbasis mit TWINT, eine kostenlose Bezahl-App, die du auch als Besucher aus dem Ausland unbedingt auf deinem Handy installieren solltest – du wirst sie in der Schweiz noch öfter brauchen!

Lage und Anreise

Gelegen im Zürcher Stadtteil Albisrieden, im Dreieck von Gutstrasse, Sackzelg und Fellenbergstrasse, ist die Anlage ein echtes Kleinod, das jährlich rund 80.000 Besucher anzieht. Als Mitglied der Zürcher Museen und Teil der OK:GO Initiative, die sich für barrierefreie Tourismusangebote einsetzt, ist die Stadtgärtnerei ein öffentlich zugänglicher Ort für jedermann. Und das Beste daran: Der Eintritt ist an 365 Tagen im Jahr kostenlos.

Am bequemsten erreichst du die Stadtgärtnerei mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Haltestellen »Hubertus« und »Im Gut« liegen nur wenige Schritte entfernt. Vom Zürcher Hauptbahnhof aus erreichst du die Stadtgärtnerei bequem mit der Tram 3 oder mit dem Bus 33, 83 oder 89 bis zur Haltestelle »Hubertus«. Informationen über den Fahrplan und Tickets bekommst du beim Zürcher Verkehrsverbund (ZVV).

Wer unbedingt mit dem Auto anreisen möchte oder muss, findet an der Einfahrt Sackzelg 25/27 sechs nicht reservierbare Parkplätze.

Stadtgärtnerei – Zentrum für Pflanzen und Bildung
Sackzelg 27
8047 Zürich
Schweiz

Telefon: 044-415-78-20

Website: Stadtgärtnerei Zürich
E-Mail: gsz-stadtgaertnerei@zuerich.ch

Rotwangen-Schmuckschildkröte (Trachemys scripta elegans)
Rotwangen-Schmuckschildkröte (Trachemys scripta elegans)

Öffnungszeiten

Die Öffnungszeiten sind ausgesprochen besucherfreundlich, was einen Besuch der Stadtgärtnerei Zürich auch für Nicht-Zürcher und Touristen attraktiv macht. Alle drei Schauhäuser und die jeweils aktuelle Ausstellung sind täglich von 9:00 bis 17:30 Uhr geöffnet. Ab 22:00 Uhr gilt auf dem gesamten Gelände Nachtruhe. Gut zu wissen: Hunde sind auf dem Areal der Stadtgärtnerei nicht erlaubt, ausgenommen sind natürlich Begleithunde (STRB 1184 / 2021 vom 24. November 2021).

Sissis Resümee

Manchmal sind die schönsten Schätze nicht die, die am lautesten auf sich aufmerksam machen. Stattdessen verstecken sie sich oft ganz leise, fast unscheinbar, direkt vor unserer Nase. In Zürich ist einer dieser verborgenen Schätze die Stadtgärtnerei. Sie ist kein gewöhnlicher botanischer Garten, kein gigantischer Park, sondern ein Ort mit ganz eigenem, charmantem Charakter.

Für mich ist ein Besuch in der Stadtgärtnerei Zürich eine Wohltat für die Seele. Es ist ein Ort der Ruhe und Inspiration, an dem du dich vom hektischen Stadtleben erholen und etwas über die Pflanzenwelt lernen kannst. Die Kombination aus traditioneller Gärtnerei, Schauhäusern und modernem Bildungszentrum macht diesen Ort zu einem echten Geheimtipp für Naturliebhaber und alle, die eine Auszeit im Grünen suchen.

Sicher, die Stadtgärtnerei mag nicht die Größe oder den pompösen Charme eines Botanischen Gartens haben, aber sie besticht durch ihre Authentizität und ihre Rolle als grüne Lunge der Stadt. Der freie Eintritt und die komfortablen täglichen Öffnungszeiten machen sie zu einem Ort, den du jederzeit spontan besuchen kannst – übrigens auch bei Regen ein lohnenswertes Ziel!

Kurz: Ein Ausflug in die Stadtgärtnerei Zürich ist somit ein Muss für alle, die das echte, authentische Zürich abseits der bekannten Touristenpfade erleben wollen und gerne Pflanzen fotografieren.

Wir sehen uns in der Stadtgärtnerei!

XOXO

Sissi

[Redaktioneller Hinweis: Die Bestimmung von Pflanzen, insbesondere anhand von saisonabhängig veränderlichen Merkmalen wie Blättern, Blüten oder Früchten, kann mitunter sehr schwierig sein. Es gibt viele ähnliche Arten und selbst Experten können sich irren. Daher geben wir keine Gewährleistung für die Richtigkeit der Identifizierung der in diesem Artikel gezeigten Pflanzen. Der Beitrag wird regelmäßig aktualisiert und ergänzt. Fotos: Sissi St. Croix.]