Start Green Kitchen StoriesDamn Delicious! Schokoladen-Haselnuss-Aufstrich

Schokoladen-Haselnuss-Aufstrich

Sissi St. Croix
Schokoladen-Haselnuss-Aufstrich

Bekanntlich bin ich ja kein großer Frühstücker, sondern der klassische »Spätstücker«. Doch wenn ich an den Wochenenden mal frühstücke oder gar Frühstücksgäste habe, dann wird ordentlich aufgetischt: mit frisch gebackenem Brot, Brötchen und Hörnchen, selbst gemachten Marmeladen und Aufstrichen sowie Müsli, Obst, Gemüsesticks und Säften oder Smoothies. Frau gönnt sich ja sonst nichts, sage ich immer. Das gilt natürlich erst recht für ein Mädelsfrühstück, bei dem weder eine große Portion Rührei von unseren glücklich gackernden Adoptivhühnern noch das eine oder andere Sektchen fehlen dürfen. Leckereien wie ein Schokoladen-Haselnuss-Aufstrich gehören ebenso dazu wie herzhaftes Knabbergebäck.

Nun hat mir eine liebe Freundin erzählt, dass es ihr nach langem Hin und Her endlich gelungen ist, sich mit zwei anderen Mädels zum Frühstück zu verabreden. Ursprünglich wollten die drei zum Mittagessen gehen, aber so etwas scheint bei einigen Müttern heutzutage nicht mehr drin zu sein. Wo kämen wir auch hin, wenn so ein armes Kind seinen Mittagsschlaf im Kinderwagen halten müsste? Das wäre ja rabenmütterlich! Dass meine Freundin selbst Mama einer bezaubernden Sechsjährigen und geliebte Tante von tollen Kindern ist, die man jederzeit uneingeschränkt überallhin mitnehmen kann, sei nur nebenbei erwähnt. Denn nun kommt’s!

Anstatt ins Frühstückscafé zu gehen oder wenigstens auszumachen, wer welche Köstlichkeit vorbereitet und mitbringt, wie es sonst in meinem Freundeskreis üblich ist, wurde kurzerhand entschieden, bei einer der Dreien daheim »notzufrühstücken«. Anders kann ich das leider nicht nennen. Die Gastgeberin wird Butter, Marmelade, Nuss-Nougat-Creme, Honig und Gurke bereitstellen, während eines der anderen Mädels Brötchen von einem Bäcker mitbringt, dessen Produkte diesen Namen nicht verdienen. Kaffee gibt es auch nicht, aber das sei nicht schlimm, »Wasser reicht«. Geht’s noch? Wo sind die Zeiten hin, als Menschen sich noch Mühe gaben, einander kulinarisch zu beglücken und gemeinsam in Leckereien zu schwelgen?

 

Möglichkeiten gibt es immer – man muss nur wollen!

Falls du jetzt denkst, dass es vielleicht am Geld hapert: Nein, das ist nicht der Fall! Und selbst mit wenig Geld kann man ein bisserl mehr auf die Beine stellen als Wasser und Brot (das ist ja wie in einem mittelalterlichen Kerker …) und Belag vom Discounter, der überwiegend aus Zucker, überzähligen Fetten und allerlei künstlichen Zusatzstoffen besteht, über deren Zusammensetzung ich lieber gar nicht erst nachdenken will. Mangelndes Küchentalent lasse ich ebenfalls nicht gelten. Heuer gibt es leckere und durchaus für alle bezahlbare Bio-Brötchen zum Aufbacken und ebenso wundervolle ;Bio-Brotbackmischungen, bei denen nichts schief gehen kann. Ein gesunder Fruchtaufstrich auf der Basis von Chiasamen ist blitzschnell angerührt und auch der Schokoladen-Haselnuss-Aufstrich braucht nur wenige Minuten. So what?

Entschuldige, wenn ich mich hier ein wenig in Rage geschrieben habe. Aber diese Gedankenlosigkeit und Nachlässigkeit gegenüber Gästen ärgert mich. Sollte ein Mädelsfrühstück nicht eine besondere Gelegenheit sein, die gefeiert werden will und bei der das Beste aufgetischt wird, was Küche und Keller hergeben? Und ist es nicht auch eine Form mangelnden Respekts sich selbst gegenüber, wenn man nicht gut isst? Sicher, wir könnten über die Definition von »gut« streiten. Für mich bedeutet ein »gutes Frühstück«: leckerer und gesunder Genuss in angenehmer Gesellschaft. Mit viel Liebe Selbstgemachtes. Kerzen und frische Blumen auf dem Tisch und ohrenschmeichelnde Musik im Hintergrund. Aber vielleicht bin ich auch nur eine der Letzten meiner Art, vom Aussterben bedroht? Sei’s drum! Hier kommt das Rezept für den Schokoladen-Haselnuss-Aufstrich, der deine Frühstücksgäste garantiert glücklich macht. Viel Spaß beim Nachwerkeln!

 

Rezept für Schokoladen-Haselnuss-Aufstrich

Zutaten für eine Portion:
– 70 Gramm geröstete Haselnüsse
– 120 Gramm Rohrohrzucker oder Birkenzucker (Xylit)
– 80 Gramm Mandelöl, Butter oder Kokosfett
– 30 Gramm Backkakao
– 1 1/2 Teelöffel selbst gemachte Vanilleessenz
– 1 Prise selbst gemachtes Vanillesalz

 

Zubereitung des Schokoladen-Haselnuss-Aufstrichs

Einfacher und schneller geht’s nicht! Gib alle Zutaten in deinen Mixer und verschließe den Deckel. Stelle den Regler auf Stufe 1, erhöhe die Geschwindigkeit zügig auf die höchste Stufe und lasse den Mixer rund eine Minute laufen. Schalte den Mixer dann wieder ab und lasse die Masse etwas abkühlen. Wiederhole diesen Vorgang vier bis fünf Mal, bis du eine cremige Masse erhältst. Fülle den Schokoladen-Haselnuss-Aufstrich in ein sauberes Glas und bewahre ihn kühl auf. Im Kühlschrank hält sich der Aufstrich ungefähr drei Wochen.

Nährwertangaben pro Portion (20 Gramm):
Kalorien: 114, Fett: 8,5 g, Eiweiß: 1 g, Kohlenhydrate: 8,6 g.

 

Sissis Resümee

Während unserer Studientage konnten meine Freundinnen und ich uns nur selten Delikatessen aus dem Feinkostgeschäft oder Bio-Laden leisten. Auch tolle Küchengeräte zum Mixen von schokoladigen Aufstrichen und Co. waren damals noch ein schier unerreichbarer Traum. Darben mussten wir dennoch nicht. Denn selbst gebackene Brötchen, hausgemachte Marmelade von Mama oder Oma, Oliven vom türkischen Basar an der Ecke sowie Rührei mit Schafskäse und Tomaten und nicht zuletzt ein Glaserl Sekt waren eigentlich immer drin. Uns war nämlich damals schon bewusst, wie wichtig es ist, sich zu verwöhnen und die Freundschaft zu feiern.

Meine Freundin freut sich übrigens trotz allem auf das Frühstück mit den Mädels und wird diese mit einer Aufschnittplatte überraschen. Bleibt zu hoffen, dass die beiden sich von ihrer genuss- und sinnenfreudigen Art anstecken lassen und entdecken, wieviel Spaß gemeinsamer Genuss machen kann.

Nun bin ich neugierig: Wie wichtig ist dir, dass der Frühstückstisch gut gedeckt ist? Und wie gefällt dir das Rezept für Schokoladen-Haselnuss-Aufstrich? Ich freue mich wie immer über deinen Kommentar!

XOXO

Sissi

[Artikelbild: Cristofaro DiNoto.]

 

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