Schönaster (Kalimeris incisa)

Schönaster ist Staude des Jahres

Mit zahllosen Sternenblüten sorgt die unkomplizierte Schönaster (Kalimeris incisa) für wochenlange Pracht ab dem Hochsommer. Das sieht gut aus, macht Freude und füttert Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten. Kurz: Den Titel deutsche Staude des Jahres 2026 hat sie sich verdient.

Bei so vielen Vorzügen erstaunt es, dass die Schönaster in unseren Landen noch relativ selten im Handel ist. Im Sortiment der Gartencenter wirst du die hübsche Staude vergeblich suchen. Fündig wirst du dafür in gut sortierten Staudengärtnereien. Wenn auch du die Kalimeris bislang nicht kanntest, ist dies also kein Grund, die Stirn in Sorgenfalten zu legen. Im Gegenteil, vielmehr kannst du dich darüber freuen, mit der Staude des Jahres eine unkomplizierte Gattung zu entdecken und vielleicht demnächst einzupflanzen.

Für Gartenexperting Ulrike Leyhe ist die Schöaster natürlich keine Neuheit. Sie kann aber verstehen, dass viele Menschen sie für eine Aster halten: »Das ist schon deshalb keine Schande, weil beide zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) gehören und sich ihre Blüten verblüffend ähnlich sehen.« Der deutsche Name Schönaster kommt eben nicht von ungefähr. Bis vor gut 100 Jahren bildete sie auch botanisch eine Unterart der Astern, bis sie 1825 in die eigenständige Gattung Kalimeris sortiert wurde.

Unabhängig von der jeweils korrekten botanischen Schublade wächst und gedeiht sie bestens. Leyhe hat als langjährige Technische Leiterin des Sichtungsgartens in Freising-Weihenstephan sehr gute Erfahrungen mit der ursprünglich aus Ostasien stammenden Staude gemacht: »Schon der Zeitpunkt ihrer Blüte macht sie wertvoll. Kalimeris öffnet die Knospen, wenn die Fülle des Frühsommers vorüber ist und die Zeit der Spätblüher erst noch kommt.« Im oberbayerischen Freising ist das meist zwischen Juli und September der Fall, in klimatisch milderen Regionen blüht sie hin und wieder schon ab Ende Juni.

Die Pflege der Schönaster

Einfacher als gedacht!

Grundversorgung

Eigentlich geht es hier eher um all das, was du nicht tun musst. Schönastern sind nämlich nicht besonders anspruchsvoll: Sonnige bis halbschattige Standorte und frische bis mäßig trockene Böden sagen ihr zu. Ihr Nährstoffbedarf ist gering bis mittelmäßig. Mittelmäßigkeit mag normalerweise einen schlechten Ruf haben, in diesem Fall ist sie erfreulich, denn die Kalimeris blüht auch in jenen Beeten auf, die nicht gedüngt oder nur gelegentlich mit ein wenig Kompost versorgt werden.

Winterschutz

Ihr zweiter deutscher Name – Sibirische Buschaster – deutet darauf hin, dass sie nicht frostempfindlich ist. Ein besonders geschützter oder warmer Standort ist also ebenso wenig nötig wie Winterschutz. Auch aus diesem Grund ist es problemlos möglich, die Schönaster zwischen März und November zu pflanzen – sobald oder solange der Boden offen ist. Klingt unkompliziert und das ist der Dauerblüher auch.

Rückschnitt

Bleibt die obligatorische Frage nach dem Rückschnitt, doch auch der ist einfach, wie die Diplom-Ingenieurin erzählt: »Kalimeris sieht auch nach der Blüte noch gut aus und bewahrt den ganzen Winter über Haltung. Bei Frost sind natürlich die von Raureif überzuckerten Triebe besonders hübsch.« Den Griff zur Schere kannst du also auf das Frühjahr verschieben. Dann werden die abgestorbenen Pflanzenteile bodennah abgeschnitten und machen Platz für den neuen Austrieb.

Ausputzen

Und was ist mit dem Ausputzen während der Blüte? Kann man machen, muss man aber nicht: Auch ohne das Entfernen von Verwelktem blühen die Scheinastern weiter. Selbst die Fachfrau hält das nicht für nötig: »Ich finde bei Kalimeris alle Entwicklungsstadien attraktiv: Knospen, Blüten und auch die verblühten kleinen Knöpfe ergeben ein schönes Gesamtbild.«

Krankheiten & Schädlinge

Das klingt gut – im Garten gibt es meist noch genug andere sinnvolle Tätigkeiten. Auch das genussvolle Betrachten der Beete vom Liegestuhl aus zählt dazu. Entspannung ist übrigens auch in anderer Hinsicht angesagt: Krankheiten wie Mehltau oder Probleme mit Schädlingen sind keine bekannt. Ja, das gilt auch für Schnecken! Allein diese Tatsache dürfte der Schönaster nach den letzten beiden »Schneckenjahren« einen Platz im Herzen vieler Gartenfreunde sichern.

Unbeeindruckt von dunklen Wolken reckt die Schönaster (Kalimeris) ihre Blütenköpfe himmelwärts. Die Staude des Jahres bildet außergewöhnlich standhafte Bestände, die auch nach Regenschauern nicht auseinanderfallen. Davon profitieren auch die Beglei
Unbeeindruckt von dunklen Wolken reckt die Schönaster (Kalimeris) ihre Blütenköpfe himmelwärts. Die Staude des Jahres bildet außergewöhnlich standhafte Bestände, die auch nach Regenschauern nicht auseinanderfallen. Davon profitieren auch die Begleitstauden. Hier lässt Patagonisches Eisenkraut (Verbena bonariensis) seine fliederfarbenen Blütenstängel über den weißen Blütenwolken tanzen. Im Hintergrund ragen die skurrilen Triebe der Weidenblättrigen Sonnenblume (Helianthus salicifolius) empor. | Foto: GMH/Joachim Hegmann.

Blick aufs Sortiment

Übersichtlich und standhaft

Bislang ist das Angebot an Schönastern übersichtlich. Immerhin erspart das die sprichwörtliche Qual der Wahl. Die gerade gepriesenen Vorzüge der Gattung gelten für alle derzeit erhältlichen Sorten. Viele von ihnen sind Auslesen der weiß blühenden Kalimeris incisa. Die ebenfalls weiße Sorte ›Alba‹ sieht der reinen Art ähnlich, hat etwas größere Blüten und wird rund 70 Zentimeter hoch.

Bei ›Madiva‹ mischt sich ein Hauch von Violett in die weißen Blüten. Gäbe es Haltungsnoten für Stauden, bekäme die Sorte eine Eins mit Sternchen. Die 60 bis 80 Zentimeter hohe ›Madiva‹ ist nicht nur standfest, sondern wächst dicht und in kugeliger Form.

Mit ›Blue Star‹ und ›Jürgen Wever‹ sind auch Sorten in einem zarten Blauviolett zu haben. Beide hellen sich mit zunehmender Blühdauer auf, was eher belebend als störend wirkt.

Ungewöhnlich farbintensiv zeigt sich die blauviolette ›Antonia‹, eine Sorte der Mongolischen Schönaster (Kalimeris mongolica). Auch von dieser Art, die etwas feiner eingeschnittene Blätter als Kalimeris incisa hat, ist mit ›Mon Jardin‹ eine weiße Züchtung zu haben.

Eine Besonderheit ist die Japan-Schönaster (Kalimeris pinnatifida var. hortensis), die mit ihren gefüllten, weißen und in der Mitte gelblichen Blüten wie eine kleine Chrysantheme aussieht. Die Blätter statt der Blüten stehen bei der Koreanischen Schönaster (Kalimeris yomena) der Sorte ›Shogun‹ im Blickpunkt. Sie sind hell- und dunkelgrün gemustert. Auch diese Sorte blüht, und zwar in hellem Rosa bis Violett.

Manche Staudengärtnereien bieten noch einige weitere Sorten an, die einen Platz im Garten verdient haben. Neben kleinen farblichen Unterschieden haben sie eine angenehme Gemeinsamkeit: Nicht einmal die höheren Sorten, die einen guten Meter hoch wachsen können, sind anlehnungsbedürftig, erzählt Ulrike Leyhe: »Schönastern sind sehr standfest und brauchen keine Stützen. Das ist wirklich ein sehr großer Pluspunkt im Garten.« Regenschauern trotzen sie ebenso ungerührt wie windigen Wetterlagen.

Kopf hoch! Ganz gleich, ob als Knospe, in voller Blüte oder als Samenstand – die Schönaster (Kalimeris incisa) trägt ihre Blütenstängel aufrecht und ist in jedem Stadium hübsch anzusehen. Die Sorte ›Blue Star‹ bietet darüber hinaus noch ein r
Kopf hoch! Ganz gleich, ob als Knospe, in voller Blüte oder als Samenstand – die Schönaster (Kalimeris incisa) trägt ihre Blütenstängel aufrecht und ist in jedem Stadium hübsch anzusehen. Die Sorte ›Blue Star‹ bietet darüber hinaus noch ein raffiniertes Farbspiel: Im Aufblühen noch Zartlila, hellt sich die Farbe mit zunehmender Blühdauer auf. | Foto: GMH/Bettina Banse.

Ideale Beetpartner für die Schönaster

Verlässlich und unaufdringlich

Gestalterisch bietet die Schönaster viele Möglichkeiten. In naturnahe Gärten fügt sie sich ebenso selbstverständlich ein wie in eine prächtige Rabatte. Ihr horstförmiger Wuchs macht sie zu einer guten Begleiterin im Beet, die andere Stauden nicht bedrängt.

Dank der flexiblen Standortansprüche ist sie ohnehin vielseitig kombinierbar. Im Halbschatten ergänzt sie sich mit der Dreiblattspiere (Gillenia trifoliata), Sonnenanbeter wie die Hohe Fetthenne (Sedum x telephium) oder klassische Beetstauden wie die Edel-Pfingstrosen (Paeonia Lactiflora-Gruppe) gedeihen ebenfalls gut an ihrer Seite. Mit letzteren kombiniert, ergeben sich besonders langlebige Pflanzbilder: Wie die Päonie gehört auch die Schönaster zu jenen Stauden, die viele Jahre lang verlässlich wieder austreiben und nicht regelmäßig durch Teilen verjüngt werden müssen.

Wer mag, teilt sie trotzdem und vermehrt sie dadurch. Eine größere Verbreitung hat die Schönaster schließlich ebenso verdient wie die Aufmerksamkeit, die ihr als Staude des Jahres 2026 geschenkt wird.

Mit ihren zahllosen Blüten hat die Schönaster (Kalimeris) eine sehr gute Fernwirkung. Aus der Nähe betrachtet, erschließt sich die anrührend schlichte Schönheit jeder einzelnen Blüte. Eingewachsene Exemplare bilden so viele Knospen, dass du getrost einige Triebe als Schnittblumen ernten kannst. Denn die Staude des Jahres 2026 hat sich nicht nur im Beet, sondern auch in der Vase bewährt.
Mit ihren zahllosen Blüten hat die Schönaster (Kalimeris) eine sehr gute Fernwirkung. Aus der Nähe betrachtet, erschließt sich die anrührend schlichte Schönheit jeder einzelnen Blüte. Eingewachsene Exemplare bilden so viele Knospen, dass du getrost einige Triebe als Schnittblumen ernten kannst. Denn die Staude des Jahres 2026 hat sich nicht nur im Beet, sondern auch in der Vase bewährt. | Foto: GMH/Joachim Hegmann.

Sissis Resümee

Obwohl die Schönaster keine heimische Wildstaude ist, hat sie das Zeug, die Herzen der Gartenfreunde im Sturm zu erobern. Angesichts der Klimakrise lohnt es sich ohnehin, ab und zu ohne schlechtes Gewissen über den Gartenzaun zu schauen und zu gucken, ob es nicht auch anderswo robuste, ökologisch wertvolle Stauden gibt. Denn was nützt die schönste einheimische Pflanze, wenn sie in deinem Garten nicht gedeiht?

Sehr viele Wildpflanzen sind mir in den vergangenen Jahren eingegangen, weil sie mit dem vorgesehenen Standort nicht zurechtkamen. Einige haben auch unsere Hunde ausgebuddelt … Hauptprobleme in unserem Garten sind die niedrige Substrathöhe, eine hohe Nährstoffdichte und ein fest durchwurzelter Boden auf unserer »Kummerwiese«. Inzwischen habe ich zwar den Bogen raus und weiß, was bei uns wächst und was nicht. Aber ich freue mich natürlich trotzdem immer sehr darüber, für mich neue Pflanzen kennenzulernen. Und selbst, wenn ich der Schönaster bei uns wahrscheinlich kein Zuhause geben werde, finde ich sie als Pollen- und Nektarquelle für Bienen, Schmetterlinge und Co. sehr interessant.

Falls es dir ebenso geht, kannst du die Schönaster in Deutschland und Österreich für rund EUR 5,50 und in der Schweiz für etwa CHF 9,00 in den einschlägigen Onlineshops entdecken, falls deine Staudengärtnerei vor Ort sie nicht vorrätig hat. Bio-Qualität kostet natürlich ein bisschen mehr.

Da meine Wunschliste für das kommende Jahr schon geschrieben und der mir zur Verfügung stehende Platz begrenzt ist, werde ich mich wohl darauf beschränken, die Schönaster aus der Ferne zu bewundern. Aber ich bin sicher, dass sie in der Gartensaison 2026 in vielen Gärten ein Zuhause finden wird.

Wir sehen uns im Garten!

XOXO

Sissi

[Produktempfehlungen erfolgen rein redaktionell und unabhängig. Alle Preisangaben ohne Gewähr. Produktverfügbarkeiten und Preise können im DACH-Raum variieren. Quelle: GMH und eigene Recherche. Artikelbild: Nicht nur das Tagpfauenauge fliegt förmlich auf die Blüten der Schönaster (Kalimeris incisa). Die Arten und Sorten der Staude des Jahres bieten Hummeln, Bienen und anderen Insekten Pollen und Nektar. Durch ihre lange Blühdauer, die je nach Sommer und Region schon ab Ende Juni beginnt und bis September andauern kann, ist der Tisch für diese Lebewesen besonders lange gedeckt. Foto kuratiert von GMH/Bettina Banse.]