Städtetrip Montpellier – Südfrankreich pur!
Du suchst nach einem elektrisierenden Städtetrip, der Kultur, modernes Design, Natur und das entspannte Lebensgefühl des Südens perfekt verbindet? Dann lass dich von uns nach Montpellier entführen! Die in der Region Okzitanien im Süden Frankreichs gelegene pulsierende Metropole zeichnet sich durch ihre reiche mittelalterliche Geschichte, eine der ältesten medizinischen Fakultäten Europas und eine lebendige studentische Atmosphäre aus. Unter anderem …
Sind deine Neugier und dein Sinn für außergewöhnliche Architektur geweckt? Dann spaziere mit uns durch die charmante historische Altstadt und erkunde die avantgardistischen Stadtviertel! Und vielleicht machen wir mit dir ja sogar einen kleinen Tauchausflug zum Étang de Thau und suchen mit dir nach Seepferdchen … Dank unseres ausgeklügelten Dreitageplans nutzt du deinen Aufenthalt optimal und wirst jeden einzelnen Moment in dieser ewig jungen, dynamischen Stadt genießen.
Tag 1 – Ankunft und erste Eindrücke
Montpellier – Stadt mit zwei Gesichtern
Eine Zugfahrt, die ist lustig …
Die Reise beginnt auf Schienen
Dein Abenteuer beginnt bereits mit der Ankunft am modernen Gare Montpellier Sud de France. Nun, genau genommen ist bereits die Anreise ein Abenteuer! Zumindest war es so für Markus, der uns alle an einem Freitagmorgen um 4:30 Uhr aus den Betten warf, damit er pünktlich seinen Zug um 7:34 Uhr in Zürich erreicht. Es hat eben auch seine Nachteile, in einem Dorf im Apfelkanton zu wohnen … Wie dem auch sei: Von Zürich aus ging es für Markus weiter mit dem TGV Lyria bis nach Mulhouse, wo er in den TGV INOUI umstieg. Ein letztes Umsteigen in Lyon, und dann landete er auch »schon« in Montpellier. Ankunftszeit: 15:50 Uhr.
Wenn du jetzt mitgerechnet hast, dann weißt du, dass Markus ab Zürich rund achteinhalb Stunden unterwegs war. Plus anderthalb Stunden Fahrt nach Zürich mit einem kleinen Puffer, um sich vor dem Umsteigen noch mit frischem Kaffee zu versorgen. Wäre es mit dem Flugzeug nicht schneller gegangen? Klar! Aber erstens ist der Weg das Ziel und zweitens reisen wir stets so umweltfreundlich wie möglich. Und da ist der Zug zwangsläufig die beste Wahl. Wenn ich dir jetzt noch verrate, dass eine Fahrt mit dem TGV ähnlich komfortabel und zuverlässig ist, wie wir es von der SBB gewohnt sind, dann erscheint dir die Anreise vielleicht gar nicht mehr so lang. Immerhin gab es unterwegs viel Schönes und Spannendes zu entdecken!
Wenn eine ähnlich lange Anreise für dich nicht infrage kommt, kannst du natürlich von deinem Wohnort aus auch mit dem Flieger anreisen. Zielflughafen ist dann der Aéroport Montpellier Méditerranée, auch bekannt als Fréjorgues Airport (IATA-Code: MPL). Er liegt etwa sieben bis zehn Kilometer südöstlich des Stadtzentrums, je nachdem, in welchem Hotel du absteigst. Von dort aus gelangst du mit zwei Transportmitteln in die Stadtmitte: Entweder wählst du den Airport-Shuttle-Bus oder das Taxi.
Die Navette Aéroport (Linie 620) fährt vom Flughafen direkt zur Haltestelle Place de l’Europe im Viertel Antigone, das am Rande des historischen Zentrums liegt. Die Fahrt kostet EUR 2,00 (nur Bus) oder EUR 3,00 (Bus + Tram-Ticket). Von der Place de l’Europe aus kannst du in die Tram-Linie 1 oder Linie 2 umsteigen, um zum Hauptbahnhof Gare Saint-Roch oder zur Place de la Comédie, dem eigentlichen Stadtzentrum, zu gelangen. Die Fahrt mit dem Shuttle-Bus dauert rund 25 Minuten. Mit dem Umstieg in die Tram zum Hauptbahnhof bist du insgesamt nach 35 Minuten im Zentrum. Der Bus fährt in der Regel zwei Mal in der Stunde.
Die Fahrt mit dem Taxi ist die schnellste Option – und mit Gepäck natürlich auch bequemer. Je nach Verkehrsaufkommen dauert die Taxifahrt zum Gare Saint-Roch oder zur Place de la Comédie etwa 15 bis 20 Minuten. Die Tarife variieren je nach Tageszeit und Verkehr, liegen aber im Schnitt zwischen EUR 17,00 und EUR 25,00 für eine einfache Fahrt ins Stadtzentrum (und ja, von solchen Schnäppli können wir hier in der Schweiz nur träumen). Taxistände findest du direkt vor der Ankunftshalle.
Ankunft im Hotel Belaroïa
Dein inspirierender Hub in Montpellier – Wohnen, Arbeiten, Entdecken
Ehre, wem Ehre gebührt, sage ich immer! Und so kann ich dir nur empfehlen, dir den besonderen Luxus eines privaten Fahrers zu gönnen, der dich am Bahnhof oder Flughafen abholt. Hier hat Markus einen Geheimtipp für dich: Jean Philippe Taxi (Telefon: +33 652 19 66 69). So fährst du stilvoll und sicher vor deinem Hotel vor.
Apropos: Das Hotel Belaroïa ist die perfekte Basis für deinen Städtetrip! Durch seine unschlagbare zentrale Lage direkt gegenüber dem Bahnhof Saint-Roch und nur wenige Gehminuten von der Place de la Comédie entfernt, bietet das moderne, farbenfroh gestaltete 4-Sterne-Haus maximalen Komfort, beste Anbindung und ein stylisches Ambiente mit Wellnessoptionen für die Entspannung nach deiner Stadterkundung.
Ich kann dir zwar nicht versprechen, dass du ebenfalls persönlich von Geneviève Nocca, der Directrice Commerciale, begrüßt wirst und einen Rundgang durch das Hotel bekommst. Doch was ich dir versprechen kann ist, dass alle Mitarbeitenden ausgesprochen freundlich und zuvorkommend sind. Du wirst dich sofort wie zuhause fühlen! Vor allem, wenn du dir eine geräumige Junior Suite gönnst (ab EUR 187,00 ÜF).
Das Chambre classique mit großzügigem Doppelbett oder zwei gemütlichen Einzelbetten ist ab EUR 136,00 pro Nacht zu haben. Weitere Optionen siehst du dir am besten direkt auf der Website des Hotels an.

Stadtführung mit Xavier
Nun hast du die Qual der Wahl: Du kannst nach dem Auspacken entweder im Hotel relaxen und das Spa mit Sauna und Hammam genießen, in den Co-Working- und Meeting-Spaces an deinem nächsten Bestseller schreiben, einen leckeren Drink in der schicken Cocktailbar »Nectar« schlürfen oder im hauseigenen Restaurant »Chez Delagare« in den kulinarischen Genüssen Südfrankreichs schwelgen.
Oder du machst es so wie Markus und stürzt dich gleich in das Stadtleben von Montpellier! Die Tram zum Meer und zum Marché du Lez liegt direkt vor der Tür und die Place de la Comédie ist in weniger als fünf Minuten zu Fuß zu erreichen. Wenn wir länger an einem Ort bleiben, laufen wir am liebsten ohne festen Plan los, lassen uns von der Atmosphäre eines Ortes und seinen Menschen einfangen und schauen, wohin der Weg uns führt.
Bei nur drei Tagen Aufenthalt macht es allerdings Sinn, sich der kundigen Leitung eines Stadtführers anzuvertrauen. Deshalb traf sich Markus um 17:00 Uhr mit Stadtführer Xavier Laurent zu einer spannenden Reise durch das historische Zentrum der Stadt. Seine charmante, humorvolle und begeisterungsfähige Art erweckte die Geschichte(n) von Montpellier zum Leben.
Ecusson
Altstadt mit Herz
Die Altstadt, liebevoll Écusson (deutsch: Wappenschild) genannt, ist ein mittelalterliches Straßenlabyrinth, das zum genussvollen Flanieren einlädt. Jedes Kopfsteinpflaster birgt Geheimnisse, jeder Pflasterstein erzählt eine eigene Geschichte. Du kannst dich stundenlang in den kleinen Gassen verlieren, in Künstlerateliers stöbern und auf versteckten Plätzen die lokale Patisserie genießen.
Das pulsierende Herz der Stadt ist die Place de la Comédie, welche die Einheimischen aufgrund ihrer ovalen Form treffend »l’œuf« (deutsch: das Ei) nennen. Gesäumt wird der Platz von der prachtvollen Opéra Comédie und dem Musée Fabre, einem der schönsten Kunstmuseen Europas.
Von dort aus führt dich der Weg zur Promenade du Peyrou, einem imposanten Park, der zu Ehren Ludwigs XIV. angelegt wurde. Er liegt am Fuße des Arc de Triomphe und bietet einen weiten Blick über die Stadt bis hin zum Aqueduc de Saint-Clément und der gotischen Cathédrale Saint-Pierre.
Highlight der Stadtführung war für Markus der Besuch der Porte du Peyrou, dem Arc de Triomphe Montpelliers. Er hatte die Ehre, die 88 Stufen mit Xavier erklimmen zu dürfen und den atemberaubenden Blick über die Stadt ungestört von anderen Besuchern in der Abendsonne genießen zu dürfen.
Antigone
Ricardo Bofills postmoderne Vision
Ein besonderer Reiz von Montpellier liegt im Kontrast. Nur einen Katzensprung von der historischen Altstadt entfernt lockt Antigone. Das visionäre Stadtviertel, das auf einem ehemaligen Militärgelände erbaut wurde, ist eine ein Kilometer lange Fußgängerzone, welche die Altstadt mit dem Fluss Lez verbindet. Es wurde in den 1980er Jahren vom katalanischen Stararchitekten Ricardo Bofill entworfen.
Futuristische Gebäude, urbanes Grün und postmoderne Architektur, inspiriert vom klassischen Griechenland, schaffen hier eine beeindruckende Kulisse. Das Viertel symbolisiert eine bewusste Rückkehr zu den Wurzeln der mediterranen architektonischen Tradition mit modernen Materialien.
L’Arbre Blanc
Der Traum von Japan und dem Mittelmeer
Ein noch jüngerer architektonischer Geniestreich ist der 2019 eröffnete Wohnbaum L’Arbre Blanc (deutsch: Weißer Baum). Dieser siebzehnstöckige Wohnturm mit expressiven, auskragenden Balkonen wurde vom japanischen Stararchitekten Sou Fujimoto in Zusammenarbeit mit seinen französischen Kollegen Nicolas Laisné Associés und OXO Architectes entworfen und fügt sich trotz seiner imposanten Präsenz überraschend harmonisch in die Umgebung ein.
Das Gebäude ist ein kultureller Hybrid, der japanischen Minimalismus mit mediterraner Offenheit und einem intuitiven, ungezwungenen architektonischen Ansatz verbindet. Die 193 an Blätter erinnernden Balkone fungieren als Schnittstelle zwischen innen und außen, wodurch das Wohnen und Leben in den öffentlichen Raum hinein erweitert wird. Der Bau im Stadtteil Richter teilt sich die Postleitzahl mit Werken von Zaha Hadid und Jean Nouvel, was die Dichte der architektonischen Avantgarde in Montpellier eindrucksvoll vor Augen führt.
Im 55 Meter hohen Wohnhochhaus befinden sich neben 113 Wohnungen auch eine Kunstgalerie, ein Restaurant und eine Panoramabar, von der aus du einen einzigartigen Panoramablick über die Stadt genießen kannst.

Port Marianne
Von der Zukunft geküsst
Auch im Viertel Port Marianne wurden in den letzten Jahrzehnten visionäre Bauprojekte realisiert. Das Viertel gilt heute als internationales Paradebeispiel für nachhaltige, zeitgenössische Stadtplanung, gekennzeichnet durch viel Grün und futuristische Gebäude. Prägend für das Stadtbild sind hier moderne Design-Statements, darunter das nach Entwürfen der Architekten Jean Nouvel und François Fontès erbaute Hôtel de Ville.
Ebenfalls einen Besuch wert ist das spektakuläre Wellnesszentrum Le Nuage, das ganz im Zeichen von Fitness, Gesundheit, Geselligkeit und Wohlbefinden steht und von Philippe Starck entworfen wurde. Diese gezielte Beauftragung internationaler Größen unterstreicht Montpelliers Strategie, Architektur als Spiegel einer weltoffenen und zukunftsorientierten Identität zu nutzen.

Jardin des Plantes
Wo Heilkräuter seit 1593 die Weisheit der Welt flüstern und der Wunschbaum die Zeit anhält
Tragen dich deine Füße noch? Dann solltest du zum Schluss deiner Tour unbedingt noch einen Abstecher in den Jardin des Plantes machen! Der älteste botanische Garten Frankreichs strahlt mit seinen über 2.600 Pflanzenarten auf 4,5 Hektar eine erhabene Ruhe aus, die in einer so pulsierenden Stadt überascht. Umgeben von uralten Bäumen und exotischen Pflanzen fühlst du dich wie im Paradies – ein grüner Fingerzeig darauf, dass die Natur in Montpellier nie weit entfernt ist.
Nach diesem dreistündigen Rundgang durch die historische Altstadt, das Quartier Contemporain und den Botanischen Garten spürst du, wie die historische Tiefe und die moderne Kühnheit Montpelliers ein faszinierendes Spannungsfeld erzeugen und auf beeindruckende Weise die Zukunft der Stadt skizzieren.
Vermutlich spürst du auch noch etwas anderes: Es ist spät geworden und dein Magen grummelt. Zeit, sich von einem der zahlreichen Bistros und Restaurants der Stadt verführen zu lassen! Oder du machst es so wie Markus und genießt dein Abendessen im stilvollen Restaurant »Chez Delagare« des Hotels Belaroïa. Sein Tipp: das Filet de maquereaux à la plancha. Der perfekt gegrillte Fisch ist ein wunderbarer Abschluss des ersten Tages und weckt den Vorgeschmack auf die kommenden zwei Tage.
Tag 2 – Marktleben, Genuss & Kultur
City Card Montpellier – Mehr sehen, weniger ausgeben
Entdecke Montpellier mit der Tram
Stadtführung inklusive
Hast du Lust auf weitere kulturelle, genussvolle Entdeckungstouren durch Montpellier? Dann hole dir im Office de tourisme de Montpellier die City Card 48h! Diese Karte verschafft dir nicht nur freien Zugang zu den öffentlichen Verkehrsmitteln, sondern ist auch dein Schlüssel zu vielen Attraktionen.
Es gibt die City Card Montpellier in zwei Varianten ab EUR 17,00 bzw. EUR 22,00: Mit oder ohne Transport, jeweils für 24, 48 oder 72 Stunden. Enthalten sind 50 kostenlose oder ermäßigte Aktivitäten für deinen Besuch in Montpellier. Damit sparst du bis zu 60 Prozent bei vielen Aktivitäten, inklusive freiem Zutritt zur Dachterrasse des Arbre Blanc (samt einem Glas Wein!), zum Musée Fabre oder zum Musée d’Arts Brut.
Der Knüller: Du bekommst mit der City Card sogar eine kostenlose Führung. Klingt gut? Ist es auch! Hier ein Blick ins beeindruckende aktuelle Programm:
- Centre historique l’essentielle
- Une nuit à la chapelle Saint-Charles
- Montpellier de secrets en anecdotes
- Histoire de l’eau et des fontaines
- Les grands lieux de l’histoire de la médecine
- L’Eglise Saint-Roch
- La Tour de la Babote et de la tour de la Babote au Nouveau Saint-Roch
- Montpellier à travers la littérature
- 1622, le siège de Montpellier et la citadelle
- Du Jardin de la Reine au Jardin des Plantes
- Street art, vue d’ensemble
- Hôtels particuliers trésors d’architecture et Architectures contemporaines le long du Lez
- Vue royale depuis l’arc
- L’Arbre Blanc
- Hôtel Saint-Côme
- Le Mikvé, un joyau préservé
- Centre Historique pour les enfants avec Pérette la mouette
- Montpellier et les rois d’Aragon
- Montpellier de l’occupation à la Libération en 1944
- Les salons de l’hôtel particulier de Lunas
- Métropole : Le Château de Castries, Les anciens thermes de Fontcaude à Juvignac, Jacou une ville racontée au fil de l’eau
Ich sehe auf Anhieb mindestens fünf Stadtführungen, die ich gern machen würde! Wenn ich da noch eine schöne Auswahl aus dem übrigen Angebot hinzunehme, könnte ich gut zwei Wochen in Montpellier verbringen … Überhaupt schoss mir beim Schreiben dieser Zeilen immer wieder der Gedanke durch den Kopf, wie schön es gewesen wäre, ein Studienjahr in Montpellier zu verbringen. Vielleicht klappt das ja im nächsten Leben.
Markus hat sich übrigens gegen eine weitere Stadtführung entschieden, da schon ein vom Fremdenverkehrsamt Montpellier organisiertes Programm auf ihn wartete. Aber er hat die Freiheit, nach Belieben mit der Tram durch die Stadt zu fahren, sehr genossen.
Marché aux Arceaux
Marktzauber am Aquädukt
Der Vormittag gehört dem quirligen Marktleben! Du fährst mit der Tram zum Marché aux Arceaux am Boulevard des Arceaux. Über achtzig Händler breiten hier jeden Samstagmorgen unter den Bögen des Aquädukts Saint-Clément ihre farbenprächtigen Waren aus. Der Duft von Backwaren, Käse und regionalen Gewürzen liegt verführerisch in der Luft. Es ist der perfekte Ort, um die Produkte Okzitaniens zu probieren und tief in das authentische Leben der Einheimischen einzutauchen. Und wenn du pfiffig bist, besorgst du auch gleich ein paar köstliche Leckereien als Mitbringsel für deine Lieben daheim.
Maison d’Anna
Traditionelle italienische Küche
Zum Mittagessen haben wir einen echten Geheimtipp für dich: »La Maison d’Anna«. Das kleine, charmante Restaurant entführt dich sofort nach Italien. Und das Schönste: Hier kocht Anna nach den traditionellen Rezepten ihrer Nonna. Entdeckt hat Markus dieses kulinarische Kleinod dank Pressesprecherin Valérie Paduano, für die das Restaurant zu einem zweiten Zuhause geworden ist. Kein Wunder: Die Trattoria-Atmosphäre ist urgemütlich und das Essen frisch und authentisch. Markus hatte die hausgemachten Spinat-Orecchiette mit frischer Burrata – ein Gedicht, das auf der Zunge zerging!
Tipp: Unbedingt reservieren, da »La Maison d’Anna« bei den Einheimischen äußerst beliebt ist.
Carré Sainte-Anne
Kunst trifft Mensch trifft Kunst
Am Nachmittag bestimmen Kunst und Kultur das Programm. Den Auftakt macht nach einem kleinen Bummel durch die Altstadt mit kreativen Impulsen der allgegenwärtigen Straßenkünstler die ehemalige neugotische Kirche Carré Sainte-Anne. Diese wurde bereits 1991 in einen Ausstellungsraum ungewandelt, wo sich bis zur renovierungsbedingten Schließung im Jahr 2017 die größten Namen der zeitgenössischen Kunst ein Stelldichein gaben. Darunter: Joana Vasconcelos, Chiharu Shiota, Gérard Garouste, Hervé Di Rosa, Barthélémy Toguo oder auch Jean-Michel Othoniel mit seinen Géométries amoureuses …
Seit der Wiedereröffnung im Mai 2025 erwartet dich im Carré Sainte-Anne ein neuer, komplett renovierter Ausstellungs- und Veranstaltungsraum. Zum ersten Mal ist es möglich, den Ort durch den historischen Portikus zu betreten. Bevor du die 700 Quadratmeter große Ausstellungsfläche erkundest, die sich vom Kirchenschiff bis zum Chor erstreckt, solltest du dir einen Moment Zeit nehmen, um die Schönheit der bemalten Dekorationen und die renovierten Glasfenster zu bewundern.
Und dann wird es auch schon Zeit für die urbane Ausstellung von JR! Der gefeierte Künstler wurde 1983 in Paris geboren und begann seine Karriere als Graffitikünstler, bevor er mit seinen großformatigen provokanten Fotocollagen, die er weltweit im öffentlichen Raum ausstellt, berühmt wurde. Seine monumentalen Installationen haben alle dasselbe Ziel: die Stimmen gewöhnlicher Menschen wie du und ich zu verstärken und den gesellschaftlichen Dialog anzuregen.
Im Rahmen seiner aktuellen Ausstellung »Adventice« rief die Stadt Montpellier zur Teilnahme auf und lud die Einwohner von Montpellier ein, sich an der Schaffung eines Gemeinschaftswerkes zu beteiligen. Bis zum zum 15. Juni konnten Besucher ihre Hand ausdrucken, ausschneiden und so zum Teil eines monumentalen, lebenden Baumes werden. Entstanden ist ein gewaltiges, ja emotional überwältigendes Blätterdach.
Montpellier, die Wiege des ersten botanischen Gartens Frankreichs und seit acht Jahrhunderten Zentrum einer humanistischen Medizin, hat seine Identität durch eine reichhaltige Sammlung von Pflanzen geprägt, die im Laufe des mittelalterlichen wissenschaftlichen und kommerziellen Austauschs eingeführt wurden. Der Baum verkörpert diese unsichtbaren Strömungen und zeichnet eine universelle Geschichte nach, in der sich Natur, Wissen und menschliche Beziehungen vermischen.
Oder wie Markus sagt: »Die Kunst flüstert der alten Kirche eine neue Geschichte zu. Sie erzählt von verborgenen Samen, die einst mit Wolle aus fernen Ländern kamen.«
Marché du Lez
Das Zentrum der urbanen Kreativität
Der Abend bringt dich mit der Tram L3 (Haltestelle Pablo Picasso) zum kulinarischen Hotspot der Stadt: dem Marché du Lez. Die riesige Halle Gourmande fungiert als lebendiger Ort der Begegnung und bietet einen bunten Mix aus internationaler Küche, Food-Ständen, alternativen Kunsthändlern und einer pulsierenden, kreativen Atmosphäre. Er ist das dynamische, moderne Pendant zu den historischen Cafés der Altstadt und zeigt, wie in Montpellier Tradition und zeitgenössische Subkultur miteinander verschmelzen.
Vom Rooftop aus genießt du einen tollen Ausblick und kannst dort gemütlich einen Cocktail trinken. Oder auch zwei, denn die Hallen sind bis um 1:00 Uhr in der Nacht geöffnet – perfekt für lange Sommernächte und angeregte Gespräche mit Einheimischen. Kurz: Der perfekte Platz, um nach Einbruch der Dunkelheit in das lebendige, unkonventionelle Leben der Stadt einzutauchen! Die lockere Atmosphäre und die vielfältigen Genüsse aus aller Welt machen deinen Abend zu einem lebhaften, unvergesslichen Erlebnis.
Tag 3 – Kunstmarathon & entspannter Ausklang
Licht, Linien und Leidenschaft
Musée Fabre
Pierre Soulages. La rencontre
Am dritten Tag tauchst du tief in die Museumswelt von Montpellier ein – ideal bei eventuellem Regenwetter, aber auch bei Sonnenschein ein Genuss. Dein Kunstmarathon beginnt nach einem reichhaltigen Frühstück im Hotel Belaroïa in den ehrwürdigen Hallen des Musée Fabre, das mit seiner Symbiose aus klassischer und moderner Architektur selbst ein Kunstwerk ist. Als eines der größten Kunstmuseen der Region präsentiert das Museum auf über 9.200 Quadratmetern Ausstellungsfläche mehr als 800 Kunstwerke großer Meister wie Picasso, Monet, Rembrandt und van Gogh. Auge in Auge mit diesen Werken zu stehen, ist überwältigend.
Aktuell kannst du dort die Sonderausstellung »Pierre Soulages. La rencontre« sehen. Soulages, der berühmte »Maler des Lichts«, ist tief in der Region verwurzelt und definiert mit seinen kraftvollen schwarzen Gemälden das Licht neu. Daneben bieten die umfangreichen klassischen Sammlungen einen spannenden Kontrapunkt.
Tipp: Buche für nur vier Euro die immersive VR-Erfahrung »Outrenoir« (deutsch: Jenseits von Schwarz), um die einzigartige Kunst von Soulages noch intensiver zu erleben.
Brasserie Chez Boris
Traditionelle französische Küche
So viel emotional aufwühlende Kunst macht hungrig, oder? Kein Problem! Mitten im Herzen Montpelliers, nur einen Steinwurf von der Place de la Comédie entfernt, versteckt sich ein wahrer kulinarischer Schatz: die Brasserie »Chez Boris«. Hier, in zentraler Lage am Rande der Esplanade, erwartet dich eine traditionelle französische Küche, die reichhaltig, schmackhaft und raffiniert ist.
Vergiss die überlaufenen Touristenfallen und entdecke dieses authentische Vintage-Bistro mit seinen gemütlichen Sitzbänken. Genieße dein Déjeuner entweder im gemütlichen Speisesaal oder – unser Geheimtipp – auf der schattigen Terrasse, die bei schönem Wetter eine ruhige Oase unweit des belebten Zentrums und des beliebten Centre Commercial Le Polygone bildet.
Bei »Chez Boris« findest du die perfekte Mischung aus zentraler Lage und klassischem Genuss. Du isst hier wie ein echter Franzose. Extratipp: Bestelle das Filet de Dorade, für das Boris berühmt ist!
Musée d’Arts Brut
Rohe Kunst zum Dessert
Nach einem flexiblen Mittagessen, das du je nach Zeit und Wetter gestaltest, widmest du dich der rohen, unverfälschten Kreativität und fährst mit der Tram zum Musée d’Arts Brut im Herzen des Viertel Beaux Arts. Dieses besondere Museum zeigt die Werke von Autodidakten – eine »rohe, ungeschliffene Kunst«, die unverfälscht, packend und zuweilen auch verstörend ist und mit ihrer unkonventionellen Ästhetik einen fesselnden Gegenpol zur klassischen Meisterkunst darstellt.
Das Beste: Mit deiner City Card 48h erhältst du kostenlosen Eintritt. Beachte jedoch, dass das Museum montags und dienstags geschlossen bleibt.
MO.CO. Montpellier Contemporain
Françoise Pétrovitch: Sur un os
Am Nachmittag lockt ein Besuch im MO.CO., das sich direkt in der Nähe deines Hotels befindet. Das MO.CO. (Montpellier Contemporain) ist eine in ihrer Form einzigartige und zugleich tief in Montpelliers Geist verwurzelte Institution: frei, mutig und zukunftsorientiert.
Es handelt sich um ein ambitioniertes künstlerisches Ökosystem, das die gesamte Wertschöpfungskette der Gegenwartskunst vereint:
- MO.CO.: Das Herzstück, ein imposanter Ausstellungsraum in einem ehemaligen Herrenhaus aus dem frühen 19. Jahrhundert, der international bedeutenden Wechselausstellungen gewidmet ist.
- MO.CO. Esba: Die Kunsthochschule École Supérieure des Beaux-Arts als Brutstätte neuer Talente.
- MO.CO. Panacée: Ein »Labor für zeitgenössisches Schaffen«, das Raum für Experimente bietet.
Aktuell widmet das MO.CO. Françoise Pétrovitch, einer der einflussreichsten und beliebtesten Künstlerinnen der französischen Gegenwartsszene, eine groß angelegte monografische Ausstellung: »Sur un os«.
Françoise Pétrovitch wurde 1964 in Chambéry geboren und entwickelt seit den 1990er Jahren ein umfangreiches Werk, das zahlreiche Medien und Techniken wie Keramik, Bronze, Video, Malerei, Lavur und Zeichnung umfasst. In einem ständigen Dialog mit den Künstlern, die ihr vorausgingen, greift sie traditionelle Themen der Kunstgeschichte – Porträts, Landschaften und Stillleben – auf und unterwirft sie einer neuen Lesart der Welt, die durch die Abwesenheit von Hierarchien gekennzeichnet ist.
Die ambivalenten Welten, die sie erschafft, bevölkert von einer Galaxie lebender Wesen, von Tieren über Pflanzen bis hin zur immensen Vielfalt des Menschen, spielen mit paradoxen Stimmungen, die zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren, zwischen Helligkeit und Dunkelheit, zwischen Unverfälschtheit und Hybridität oszillieren. Diese Durchlässigkeit der Grenzen ermöglicht es Françoise Pétrovitch, Fragen der Intimität, des Fragments, des Doppelten, des Verschwindens, der Einsamkeit, des Übergangs und der Grausamkeit in den Mittelpunkt ihres Werks zu stellen.
Die Ausstellung im MO.CO. ist ausgesprochen ambitioniert. Sie wurde in enger Zusammenarbeit mit der Künstlerin konzipiert und behandelt alle Medien und Themen, mit denen sie sich in ihrer Arbeit beschäftigt, bis hin zu ihrer Beziehung zur Inszenierung. Sie umfasst fast 130 Werke, die zwischen 1994 und 2025 entstanden sind. Einige davon, insbesondere aus den 1990er Jahren, werden zum ersten Mal der Öffentlichkeit gezeigt, während andere – rund dreißig – speziell für das Projekt des MO.CO. produziert wurden.
Spüre, wie die Vielfalt der Eindrücke des Tages deine kulturelle Neugier befriedigt. Vielleicht gleich im Anschluss bei einem Kaffee und etwas Patisserie im hauseigenen »Café de la Panacée«?
Der Abschied naht
Zeit für Reflexion
Das letzte Abendessen genießt du in der Ruhe und Eleganz deines Hotels im Restaurant »Chez Delagare« und im Spa. Du reflektierst die Dichte der Erlebnisse, bevor am nächsten Morgen die Heim- oder Weiterreise ansteht.
Mediterrane Tafelkultur
Schlemmen wie Gott in Frankreich
Austern: Frische aus der Lagune
Nach einem aufregenden Tag, den du mit der Erkundung der Stadt und ihrer Umgebung verbracht hast, gibt es kaum etwas Besseres, als die lokalen kulinarischen Spezialitäten zu genießen. Montpellier ist bekannt für eine abwechslungsreiche frische Küche, die stark von der Nähe zum Meer und der landwirtschaftlichen Vielfalt Okzitaniens inspiriert ist.
Die berühmten frischen Austern des Étang de Thau sind dabei ein absolutes Muss! Sie stellen die direkte kulinarische Verbindung zum beliebten Tauchrevier dar, da sie in demselben Brackwasser-Ökosystem gedeihen, in dem du die einzigartigen Langschnäuzigen Seepferdchen (Hippocampus guttulatus) beobachten kannst. Die Meeresfrüchte werden oft mit einem Glas Weißwein aus der Region genossen und zelebrieren die Frische und Fülle des Golfe du Lion auf dem Teller.
Lesetipps:

Chichoumeille: Die Seele Okzitaniens
Neben den Meeresfrüchten solltest du unbedingt Chichoumeille probieren! Dieser traditionelle Gemüseeintopf aus der Region erinnert an Ratatouille, ist aber durch seine spezifische Zubereitung mit Zucchini, Auberginen, Tomaten, Paprikas und Kräutern der Provence besonders vielseitig und aromatisch.
Das Gericht ist klassisch vegan und spiegelt die mediterrane Frische und die Bedeutung der lokalen Landwirtschaft wider. Durch die Betonung solcher traditionellen, pflanzenbasierten Gerichte beweist die okzitanische Küche, dass sie sowohl zeitlose Tradition als auch moderne Ansprüche an leichte, vegetarische oder vegane Ernährung bedienen kann und ist ein kulinarisches Bekenntnis zum regionalen Terroir.

Sissis Resümee
Montpellier ist eine inspirierende Erfahrung, die darauf wartet, enthüllt zu werden. Unser Reiseprogramm liefert dir in nur drei Tagen ein Feuerwerk an Eindrücken, das von mittelalterlicher Geschichte bis zur zeitgenössischen Avantgarde reicht. Das Programm ist straff, doch dank der zentralen Lage des Hotel Belaroïa und der ausgezeichneten Anbindung durch Tram und Bus perfekt zu meistern.
Die Nutzung der City Card 48h ist für diesen Plan essenziell. Sie gewährt dir nicht nur freie Fahrt mit Tram und Bus, sondern öffnet dir auch die Türen zu den wichtigsten Kultureinrichtungen, darunter das Musée Fabre und das MO.CO. Du sparst dadurch Zeit an den Ticketkassen und nutzt deine Mobilität maximal aus.
Achte besonders auf die Nutzung der Tram, da diese in Montpellier nicht nur ein Transportmittel ist. Die kunstvoll gestalteten Tram-Linien führen dich schnell und direkt zu Zielen wie dem Marché aux Arceaux und dem Musée d’Art Brut. Du solltest die Abfahrtszeiten genau prüfen, um die pünktliche Ankunft zu gewährleisten.
Versuche, trotz der dichten Museumstour an Tag 3 zwischen den Besuchen kurze Pausen einzulegen. Genieße zum Beispiel einen starken Espresso in einem der charmanten Cafés in der Nähe des Musée Fabre auf der Place de la Comédie. Dies hilft dir, die komplexen Eindrücke von Soulages und Pietrovitch zu verarbeiten.
Für den Abend am Marché du Lez planst du idealerweise genug Zeit ein, um die Vielfalt der gebotenen kulinarischen Vielfalt wirklich auszukosten. Die Atmosphäre dort ist lebhaft und gesellig, ein perfekter Kontrast zu den stillen Museumshallen.
Montpellier bietet dir eine tiefgehende kulturelle Erfahrung, die dich mit frischen, modernen Ideen und dem entspannten Gefühl einer erfolgreichen Reise beschenkt. Nimm die katalanisch-französische Gelassenheit mit nach Hause – in unseren Augen das schönste Souvenir.
Wir sehen uns in Montpellier!
XOXO
Sissi
[Redaktioneller Hinweis: Dieser Beitrag wird regelmäßig aktualisiert und ergänzt. Letztes Update: 3. Oktober 2025. Quelle: Markus Edelberg und eigene Recherche. Artikelbild: Blick auf die Place de la Comédie mit der Fontaine des Trois Grâces, kuratiert von TravelWorld via Adobe Stock.]