Pssst … Meine Rückkehr zum Sachbuch
Wenn du in den letzten Jahren einen meiner Namen außerhalb dieses Magazins gelesen hast, dann meistens im Kontext von scharfsinnigem Journalismus, Gesellschaftskritik oder vielleicht auch meinen Essays über Stil und Achtsamkeit. Tatsächlich begann meine Reise als Autorin aber an einem viel sinnlicheren Ort und zwar mit einem Sachbuch über den puren Genuss: »Longdrinks: Die charmanten Verführer«. Weitere kulinarische Ratgeber sowie Gesundheits- und Haushaltsratgeber folgten, später gesellten sich Wissensratgeber und Lernquiz hinzu.
Bereits diese frühen Werke haben mich gelehrt, stets das Authentische und Echte zu suchen. In den letzten Jahren ist es jedoch stiller um meine eigenen Buchveröffentlichungen geworden. Eine Schaffenspause, könnte man sagen. Aber nun kehre ich 2026 mit einem Werk zurück, das all diese Fäden zusammenführt – und das Thema ist vielleicht überraschend. Vielleicht aber auch nicht: Ich schreibe ein Gartenbuch.
Außenstehenden mag es zunächst seltsam erscheinen, dass ich neben meiner journalistischen Arbeit nun einen Gartenratgeber schreibe. Doch meine treuen Leserinnen und Leser, zu denen auch du gehörst, wissen, dass diese Entscheidung eigentlich nur logisch ist. Mein Gespür für Ästhetik und die Suche nach den Wurzeln des Genusses führen unweigerlich dorthin, wo alles beginnt: in die Natur. Ich suchte nach dem tiefsten, ehrlichsten Glück – und fand es in der Pflege eines kleinen Fleckchens Erde.
Versprechen an die Natur
Oder: Der Tag, an dem ich die Gartenschere niederlegte
Ich war schon immer eine leidenschaftliche Leserin und eine kritische Konsumentin. Und genau diese Haltung trieb mich in die Frustration. Ich kaufte Gartenbücher, so wie du es vielleicht auch tust, immer in der Hoffnung auf einfache, kostengünstige und praktikable Anleitungen. Doch was ich fand, waren oft Werke, die entweder riesige Budgets, noch riesigere Gärten oder endlose Zeitressourcen voraussetzten. Ich sah mich mit komplizierten Anweisungen, teuren Spezialprodukten und exotischen Pflanzen konfrontiert, die in unserer Klimazone einfach nicht glücklich werden wollten. Und bei uns auch nichts zu suchen haben!
Der Wendepunkt kam, als ich – noch zu meiner Münchner Zeit – meine vierte kostbare englische Rose verlor. Vier teure, importierte Pflanzen, die einfach nicht gedeihen wollten. Ich fragte mich: Warum kämpfe ich so hart gegen meinen eigenen Garten? Mir wurde klar, dass die meisten Bücher an meiner Realität vorbeischreiben: Ich lebe nicht auf einem Landgut oder ehemaligen Bauernhof, ich habe nicht unbegrenzt Zeit und erst recht besitze ich keine »schwarze Karte« von American Express (Centurion Card), aber ich habe den innigen Wunsch nach Schönheit und ökologischer Verantwortung. Ich wollte einen Garten, der mich nährt, statt mich zu erschöpfen.
Ich recherchierte, ich buddelte, ich experimentierte. Und ich stellte fest: Es fehlt ein Buch, das die Ästhetik des naturnahen Gärtnerns mit der Realität des modernen Lebens verbindet. Ein Buch für Menschen, die mit minimalem Einsatz und kleinem Budget einen wunderschönen und wilden Ort schaffen wollen. Ein Buch, das den Fokus auf das legt, was bei uns wirklich funktioniert: unsere einheimischen Wildpflanzen.
Meine akribische Recherche bestätigte meine Vermutung: Es existiert auf dem Markt kein vergleichbares Buch für »Lazy Gardener«, das sich dieser Thematik so konsequent widmet. Das macht mich zuversichtlich: Ich schreibe hier nicht nur einen weiteren hübschen Gartenratgeber fürs Bücherregal, sondern liefere eine lang ersehnte zeitgemäße Blaupause für das naturnahe Gärtnern im 21. Jahrhundert.
Sissis Resümee
Mein Buchprojekt ist für mich die persönlichste Rückkehr zum Sachbuch. Ich habe lange genug über Beauty, Fashion und viele Dinge mehr geschrieben und habe erkannt, dass die tiefste Zufriedenheit im Schöpferischen liegt – in der Zusammenarbeit mit der Natur.
Dieses Buch ist ein Versprechen an alle, die wenig Zeit und ein kleines Budget haben, aber von einem naturnahen Garten träumen. Es ist der Beweis, dass jeder – ganz gleich ob mit kleinem Balkon oder großem Grundstück – einen Beitrag leisten und zugleich einen Ort erschaffen kann, der die Seele nährt. Es ist meine Rückkehr zu dem, was mich am Anfang meiner schreiberischen Karriere bewegt hat: die pure Freude am Einfachen, am Echten und am Sinnlichen. Und ich kann es kaum erwarten, diese Freude mit meinen Leserinnen und Lesern zu teilen, wenn das Buch 2026 erscheint.
Und weil ich möchte, dass dieses Sachbuch einen echten, über die Lektüre hinausgehenden Unterschied macht, habe ich eine wichtige Entscheidung getroffen: Der Garten ist nicht nur ein Ort für uns, sondern vor allem auch ein Zufluchtsort für Tiere. Deshalb werde ich einen Teil der zu erwartenden Einnahmen, die nach Abzug aller Kosten verbleiben, an ausgewählte Tier- und Naturschutzprojekte zu spenden. Die genaue prozentuale Höhe prüfe ich noch, aber das Bekenntnis steht. Der Gartenratgeber soll nicht nur meinen Lesern Freude bereiten, sondern auch einen Beitrag zur Erhaltung unserer Natur leisten. Mein persönliches Signal, dass das Schreiben über Natur auch immer das Handeln für sie bedeuten muss.
Im Rahmen des Buchprojekts wird es übrigens noch weitere Überraschungen geben. Welche das sind? Nun, das werde ich hier und heute ebensowenig verraten wie Titel und Inhalt meines neuen Sachbuches – sonst wäre es ja keine Überraschung mehr.
Wir sehen uns beim Bücherbauen!
XOXO
Sissi
[Artikelbild: Hundsrose (Rosa canina), kuratiert von popovj2 via Adobe Stock.]