Mach den Garten winterfest!
Die Tage werden merklich kürzer, die Luft riecht nach Regen und feuchtem Laub und die Sonnenstrahlen haben längst ihre Kraft verloren. Mit dem Einzug des Herbstes beginnt eine entscheidende Phase für die heimische Tierwelt, auch für die Wildbienen. Sie haben sich bereits in ihre Winterquartiere zurückgezogen, um die kalten Monate zu überdauern. Jetzt ist es an dir, dafür zu sorgen, dass ihre Ruhe nicht gestört wird und sie optimal geschützt sind. Mit ein paar einfachen Handgriffen bereitest du deinen Garten auf den Winter vor und legst gleichzeitig den Grundstein für eine blühende Oase im nächsten Frühling.
Wenn draußen Dunkelheit und Nebel regieren, sehnen wir uns danach, es uns zu Hause gemütlich zu machen. Für Wildbienen ist diese winterliche Ruhe überlebenswichtig. Sie fallen in eine Art Winterschlaf, geschützt als Puppe oder als bereits erwachsenes Tier in ihren Kokons. Um der Kälte zu trotzen, haben sie einen cleveren Trick auf Lager: Sie produzieren ein eigenes, natürliches Frostschutzmittel, das ihre Zellen vor dem Gefrieren schützt. Dadurch können sie sogar Temperaturen von bis zu minus 25 Grad überstehen!
Schaffe ein Insektenparadies
Der Anblick eines »aufgeräumten« Gartens mag für manche ästhetisch ansprechend sein, doch für Wildbienen und andere Insekten ist er das Gegenteil von einladend. Verblühte Stauden, abgestorbene Pflanzen und Totholz sind für sie keine »Überreste«, sondern wertvolle Winterquartiere und Nistmöglichkeiten. Lass also ruhig die verwelkten Stängel stehen – sie sind eine lebensnotwendige Struktur für überwinternde Insekten. Sogar leere Schneckenhäuser können im Frühling zu einer neuen Heimat für manche Wildbienenarten werden.
Wenn du ein BeeHome oder ein anderes Wildbienenhäuschen in deinem Garten oder auf dem Balkon hast, kannst du die Ruhephase nutzen, um es für das nächste Jahr vorzubereiten. Es ist wichtig, dass die Häuschen während der kalten Monate draußen bleiben: Wildbienen benötigen die Kälte für ihre Entwicklung. Eine warme Lagerung im Haus würde ihren Winterschlaf stören. Tom Strobl, Biologe und Mitgründer von Wildbiene+Partner, rät: »Alte Niströhrchen können kontrolliert und bei Bedarf ersetzt werden. Eine dünne Schicht Leinöl schützt zudem das Holz vor Feuchtigkeit und sorgt für die Langlebigkeit des Wildbienenhäuschens.«

Leave the leaves!
Der Herbst ist die beste Zeit, um den Grundstein für dein nächstes Gartenjahr zu legen. Pflanze jetzt Wildstauden und Blumenzwiebeln, die im Frühling als erste Nahrungsquelle für Insekten dienen. Arten wie Traubenhyazinthen (Muscari) oder die Purpur-Weide (Salix purpurea) sind hierfür perfekt. Sie sorgen dafür, dass die ersten Wildbienen nach dem Erwachen aus dem Winterschlaf sofort Futter finden. Zwei meiner neuen Pflanzenlieblinge für den nächsten Frühling habe ich dir bereits vorgestellt:
- Knotenblume ›Gravetye Giant‹ (Leucojum aestivum ›Gravetye Giant‹)
- Frühlings-Krokus ›Jeanne d’Arc‹ (Crocus vernus ›Jeanne d’Arc‹)
Widerstehe dem Impuls, sofort zum Rechen zu greifen, wenn die ersten Blätter fallen! Eine Laubschicht wirkt wie eine natürliche Dämmung. Sie schützt den Boden vor Frost, speichert Feuchtigkeit und dient als wertvoller Dünger. Zudem bietet sie Käfern, Spinnen und Schmetterlingen ein schützendes Winterquartier. Auch Igel nutzen das Laub als isolierenden Schlafplatz. Getreu dem Motto »Leave the leaves« solltest du die Blätter einfach dort liegen lassen, wo sie hingefallen sind.
Lesetipps
- Dein Naturgarten im Herbst
- Eidechsen – Scheue Sonnenanbeter
- So baust du eine Eidechsenburg
- Schritt für Schritt zum Käferglück – mit einem Käferkeller!
- Wildnis im Garten: Grüne Oasen schaffen
Wenn in deiner Gemeinde, so wie bei uns, sehr viel Wert auf »Sauberkeit« gelegt wird, fege das Laub vom Bürgersteig auf den Rasen und versuche, im Schutz von Sträuchern oder Bäumen kleine Laubhaufen anzulegen, die der Wind nicht sofort wieder davonwirbeln kann. Das funktioniert meistens recht gut; als kleine Hilfe kannst du auch einige Äste und Zweige darüberlegen, um die Blätter zu beschweren.
Hilf unseren gefiederten Freunden
Während die Wildbienen schlafen, sorgen Amsel, Kohlmeise, Spatz und viele andere heimische Singvögel für Leben in deinem Garten. Mit einem geeigneten Futterplatz kannst du ihnen helfen, die kalte Jahreszeit gut zu überstehen. Ein naturnahes Futterhäuschen zieht nicht nur Vögel an, sondern macht auch das Beobachten des bunten Treibens zu einem echten Vergnügen. Das neue Vogelhäuschen »BirdSnack« von Wildbiene+Partner zum Beispiel ist ein kompaktes, wetterfestes Vogelfutterhaus mit integriertem Futterblock, das unseren gefiederten Freunden durch den Winter hilft.

Lesetipp: Meine Vogel-Snackbar

Mit diesem Buch macht das Füttern von Wildvögeln noch mehr Freude! Es bietet eine Fülle kreativer Ideen zu artgerechten Futtermischungen, Vogelhäuschen, Spendern und Aufhängesystemen zum Selbermachen. Die Anleitungen reichen von Ausstecherförmchen, Kokosnüssen und Futterglocken in vielen schönen Varianten bis hin zum Adventskalender und Weihnachtsbaum – alles im Freiland getestet und von Vögeln für gut befunden. Inspiration pur für Natur- und DIY-Freunde.
Autoren: Katrin und Frank Hecker
ISBN: 978-3-440-16938-4
Preis: EUR 10,00 [D] | CHF 15,90 [CH]
Erscheinungstag: 13. August 2020
Quelle: Kosmos Verlag
Checkliste für deinen wilden Garten
Den Garten vorbereiten für Herbst und Winter – so geht’s!
- Wildbienen-Häuschen pflegen: Ersetze bei Bedarf alte Röhrchen und schütze das Holz mit Leinöl.
- Verblühte Stauden und Totholz liegen lassen: Sie dienen als wichtiges Winterquartier für Insekten und andere Gartentiere.
- Stauden nur selektiv zurückschneiden: Samenstände sind im Winter eine wertvolle Nahrungsquelle und dienen als Winterquartier für Insekten.
- Laub liegen lassen: Es schützt Insekten und dient als natürlicher Dünger.
- Wildstauden und Blumenzwiebeln pflanzen: So ist für Nahrung im Frühling gesorgt.
- Vögel füttern: Ein naturnahes Vogelhäuschen unterstützt die Vögel im Winter.
- (Hoch)Beete abdecken: Eine Schicht aus Laub, Stroh oder Mulch schützt das Bodenleben und Regenwürmer vor Frost.
Über Wildbiene + Partner
Gemeinsam für die Artenvielfalt
Seit 13 Jahren engagiert sich das schweizerisch-deutsche Unternehmen Wildbiene + Partner als Pionier für den Schutz der Wildbienen und die Förderung der Biodiversität. Das Unternehmen unterstützt Menschen wie dich und mich ebenso wie Firmen dabei, sich aktiv für die Artenvielfalt einzusetzen und die Natur zu stärken. Wildbiene + Partner weckt die Leidenschaft für Wildbienen, indem es faszinierende reale und digitale Erlebnisse schafft. Die Vision des Unternehmens lautet: »A buzzing world for all – Bring die Natur zum Summen.«
Nützliche Links
Sissis Resümee
Der Herbst besitzt eine ganz eigene Schönheit und die Gartenarbeit kann zu dieser Jahreszeit unglaublich entspannend sein. Mein Rat an dich: Lass es ruhig angehen! Du musst nicht jedes Blatt sofort aufharken oder jeden Stängel zurückschneiden. Gerade diese Gelassenheit ist es, die der Natur zugutekommt.
Es ist in Ordnung, auch mal Fünfe gerade sein zu lassen und die Gartenarbeit auf die wirklich notwendigen Dinge zu reduzieren. Lass dir dabei von nasskalten Regentagen wie heute nicht die Laune vermiesen. Ich weiß, das fällt schwer! Mein grüner Daumen kribbelt wie verrückt, wenn ich durch die Fenster in den tropfnassen Garten blicke. Es gibt so viel zu tun, doch im Moment kann ich nicht viel mehr machen, als Weinbergschnecken (Helix pomatia) und die bei uns häufigeren Garten-Bänderschnecken (Cepaea hortensis) aus dem Laufweg der Hunde zu räumen und sie an einem sicheren Ort wieder abzusetzen.
Alles andere muss warten. Aber ich stelle mir gern vor, wie der Garten im nächsten Frühling erwacht, die ersten Wildbienen aus ihren Winterquartieren krabbeln und meine grüne Oase mit ihrem Summen erfüllen.
Wir sehen uns im Garten!
XOXO
Sissi
[Produktempfehlungen erfolgen rein redaktionell und unabhängig. Alle Preisangaben ohne Gewähr. Produktverfügbarkeiten und Preise können im DACH-Raum variieren. Quelle: Wildbiene+Partner und eigene Herbstgedanken. Artikelbild: Mauerbiene (Osmia spec.) im Schneckenhaus. Fotos: Wildbiene+Partner.]