Besuch in der H. R. Giger Bar in Chur
Du liebst das Besondere, das Einzigartige und alles, was dich aus dem Alltag katapultiert und in eine andere Dimension entführt? Dann packe deine Siebensachen und mache dich bereit für einen Trip nach Chur, denn dort erwartet dich ein Ort, der alle anderen Lokalitäten der Alpenstadt in den Schatten stellt: die H. R. Giger Bar. Wer glaubt, in Graubünden gäbe es nur urige Stuben und Bergpanoramen, der irrt gewaltig! Als passionierte Science-Fiction-Freundin kann ich dir versprechen: Was dich hier erwartet, ist ein immersives Kunstwerk, eine Erfahrung, die unter die Haut geht und dich in den Bann zieht.
Schon beim Betreten der H. R. Giger Bar spürst du, dass dies kein gewöhnlicher Ort ist. Es ist, als würdest du durch ein Portal schreiten und in eine bizarre, futuristische Traumwelt eintauchen, die direkt den Filmen von Ridley Scott entsprungen sein könnte. Die Bar ist eine Hommage an das einzigartige biomechanische Design von H. R. Giger, dem visionären Schöpfer des »Alien«. Überall, wo du hinsiehst, verschmelzen industrielle Elemente, Knochenstrukturen und Wirbelsäulen zu einer unheimlich schönen, faszinierenden Einheit.
Die Einrichtung ist aus einem Material geformt, das an versteinertes Leder oder gealterte Knochen erinnert, durchzogen von dunklen, unheimlichen Mustern. Das Licht ist gedämpft, taucht den Raum in ein mystisches metallisches Schimmern, das die surrealistische Atmosphäre noch verstärkt. Du sitzt nicht einfach auf Stühlen, sondern auf thronartigen Gebilden, die wie aus einem außerirdischen Kokon herauszuwachsen scheinen. Selbst die Tische sind Skulpturen, deren Glasoberflächen die markante Ästhetik Gigers widerspiegeln.
Willkommen in einer anderen Welt
Wo surrealistische Albträume auf gotische Opulenz treffen
Das Besondere an dieser Bar ist die konsequente und detailverliebte Umsetzung des biomechanischen Stils, die vollständige Immersion in Gigers Werk. Hier wurde nichts dem Zufall überlassen. Jeder Winkel, jede Nische erzählt eine Geschichte und lädt dazu ein, entdeckt zu werden.
Die riesigen Deckenbögen sind ein absolutes Highlight – sie erstrecken sich über den Köpfen der Gäste und erzeugen das Gefühl, unter dem Brustkorb eines gigantischen, außerirdischen Organismus zu sitzen – oder vielleicht auch auf einem Raumschiff, das gerade durch die Galaxie gleitet. Fotomotiv Nummer Eins sind die berühmten, von xenomorphen Larven besetzten menschlichen Wirte, die scheinbar aus den Wänden der Bar hervorzubrechen drohen – ein Muss für jeden Fan. Die gesamte Einrichtung, von den Tischen über die Stühle bis hin zu den Lampen und ovalen Spiegeln, ist in diesem unverwechselbaren Stil gehalten.
Die Beleuchtung spielt eine entscheidende Rolle für die Atmosphäre. Gedämpfte Lampen tauchen den Raum in ein mystisches Licht, das die skulpturalen Formen noch stärker hervorhebt und eine beinahe sakrale Stimmung erzeugt. Überall entdeckst du aufregende Details: fremde Wesen, versteckte Symbole und Reliefs in den metallenen Bodenplatten, die du nur bei genauerem Hinsehen entschlüsseln kannst. Die H. R. Giger Bar ist ein Ort, der zum Entdecken einlädt, zum Staunen und zum Eintauchen in eine Welt, die auf den ersten Blick vielleicht verstörend wirken mag, doch zugleich eine unbestreitbare Schönheit und Faszination birgt.
Für Fans des Films »Alien«, dessen ikonisches Design Giger maßgeblich prägte, ist dies ein wahres Mekka. Aber selbst wenn du mit Gigers Werk nicht vertraut bist, wirst du von der einzigartigen Atmosphäre dieses Ortes gefesselt sein. Es ist eine Bar, die Mut zur Andersartigkeit beweist und ihren Gästen ein unvergessliches Erlebnis bietet. Und leckere Drinks gibt es auch!
Impressionen aus der Giger Bar











Geburt eines herrlichen Albtraums
Gigers Vision wird Bar
Die H. R. Giger Bar in Chur ist nicht die einzige Bar dieser Art – es gibt eine weitere in Gigers Geburtsort Gruyère. Doch sie ist die erste und diejenige, die der Künstler selbst initiiert und mitgestaltet hat. Die Idee, eine Bar vollständig in seinem biomechanischen Stil zu gestalten, reifte über viele Jahre. H. R. Giger, bekannt für seine surrealistischen und albtraumhaften Kunstwerke, die oft eine Symbiose aus Mensch und Maschine darstellten, wollte einen Ort schaffen, in dem seine Visionen dreidimensional erlebbar und begehbar werden.
Die Realisierung der Bar in Chur war ein lang gehegter Traum des Künstlers. Es war ihm wichtig, dass dieser »begehbare Albtraum« in seiner Heimat Graubünden entstand, nachdem sich die Hoffnung, das Projekt in New York City umzusetzen – seiner Lieblingsstadt unter allen Städten der Welt –, zerschlagen hatte. Giger war intensiv in den Entstehungsprozess involviert, von den ersten Skizzen bis zur Auswahl der Materialien und der Platzierung jedes einzelnen Elements.
Die Eröffnung der Bar am 8. Februar 1992 war für ihn ein Meilenstein, da sie es ihm ermöglichte, seine Kunst über die Leinwand hinaus in einen funktionalen Raum zu erweitern und so für die Öffentlichkeit erfahrbar zu machen. Man spürt förmlich, wie viel Herzblut und Detailverliebtheit in dieses Projekt geflossen sind. Es ist ein persönlicher Ausdruck Gigers Kunst, der in jedem Fleckchen dieses Ortes spürbar ist. Die Bar ist somit nicht nur eine stylische Location für leckere Cocktails, sondern auch ein lebendiges Denkmal für H. R. Giger und sein außergewöhnliches Schaffen.
Exkurs in die Schatten
Leben und Werk von H. R. Giger
Um die H. R. Giger Bar wirklich zu verstehen und angemessen zu würdigen, muss man einen Blick auf den Mann werfen, der sie erschaffen hat: Hans Ruedi Giger (1940-2014) war ein Schweizer Künstler, dessen einzigartiger Stil weltweit Anerkennung fand und findet. Geboren in Chur, entwickelte er schon früh eine Faszination für das Dunkle, das Abgründige und das Unheimliche. Seine Arbeiten zeichnen sich durch eine präzise Detailtreue und eine beklemmende Atmosphäre aus.
Gigers Kunst ist meist von tief gehenden, psychologischen Themen geprägt, die sich mit Geburt, Tod, Sexualität, Transformation und der menschlichen Angst vor dem Unbekannten auseinandersetzen. Er schuf eine eigene Mythologie, die er auf eine Art und Weise darstellte, die verstörend und doch zugleich hypnotisch ist, eine Welt voller grotesker Kreaturen, in der menschliche und maschinelle Elemente miteinander verschmelzen.
Der internationale Durchbruch gelang Giger im Jahre 1979 mit seiner Arbeit für Ridley Scotts Science-Fiction-Horrorfilm »Alien«. Seine Entwürfe für das »Xenomorph« brachten ihm 1980 einen Oscar für die besten visuellen Effekte ein. Das Design des Aliens war so revolutionär und ikonisch, dass es die Popkultur nachhaltig prägte und Giger zu einer Legende machte. Doch Giger schuf nicht nur das Aussehen des Aliens, sondern auch die Umgebung wie das Raumschiff und die Eierkammer, die alle seine unverwechselbare Handsprache tragen.
Sein Werk ist eine Mischung aus erotischer Symbolik, morbider Ästhetik und technischer Präzision. Er verband organische Formen mit mechanischen Elementen, um eine einzigartige und verstörende Schönheit zu schaffen, Bilder, die sich tief ins kollektive Gedächtnis gruben.
Neben »Alien« arbeitete Giger auch an anderen Filmprojekten wie »Poltergeist II« und entwarf Albumcover für Musiker wie Debbie Harry (»KooKoo«) und Emerson, Lake & Palmer (»Brain Salad Surgery«). Er war ein Künstler, der keine Kompromisse einging und seinen Visionen treu blieb, selbst wenn sie kontrovers waren. Seine Kunst polarisiert, fasziniert und hinterlässt bei jedem Betrachter einen bleibenden Eindruck. Für mich persönlich ist Giger ein Genie, dessen Schaffenskraft und Vorstellungskraft einfach atemberaubend sind. Er hat die Grenzen der Kunst verschoben und uns eine völlig neue Welt gezeigt, die sowohl schrecklich als auch wunderschön ist.
Seine Arbeiten sind bis heute Gegenstand zahlreicher Ausstellungen, Analysen und Bücher und haben Generationen von Künstlern und Designern beeinflusst. Die H. R. Giger Bar ist ein perfektes Beispiel dafür, wie er seine Kunst in den dreidimensionalen Raum übertrug und für jeden zugänglich machte, der den Weg ins Churer Kalchbühl-Center nicht scheut.
Rezept für einen Alien-Cocktail
Nachdem wir nun tief in Gigers Welt abgetaucht sind, ist es Zeit für eine passende Erfrischung! Selbstverständlich kenne ich das Originalrezept des Alien-Cocktails in der H. R. Giger Bar nicht: Es ist ein wohlgehütetes Geheimnis und im Netz wimmelt es vor fabulierenden Variationen. Aber ich verrate dir gern meine Version des beliebten Cocktails und hoffe, dass er dir ebenso gut schmeckt wie uns.
Zutaten für einen Drink:
- 4 cl Wodka
- 2 cl Midori (Melonenlikör)
- 2 cl Blue Curaçao
- 2 cl Ananassaft
- 1 cl frisch gepresster Limettensaft
- 1 Spritzer Zitronenlimonade
- 1 Handvoll Eiswürfel
- zum Dekorieren: eine Kirsche und/oder eine dünne Limettenscheibe
Zubereitung des Alien-Cocktails
- Gib Wodka, Midori, Blue Curaçao, Ananassaft und Limettensaft in einen Shaker.
- Fülle den Shaker mit Eiswürfeln auf.
- Schüttele kräftig, bis der Shaker von außen gut gekühlt ist.
- Seihe den Drink in ein Longdrinkglas (am besten ein schmaler Tumbler oder ein Hurricaneglas) ab, das du zuvor mit frischen Eiswürfeln gefüllt hast.
- Fülle den Rest des Glases mit einem Spritzer Zitronenlimonade auf.
- Garniere den Cocktail mit einer Kirsche und/oder einer Limettenscheibe.
- Serviere den »Alien« mit einem Trinkhalm aus Edelstahl.
Meine Variante des Alien-Cocktails besticht durch seine leuchtend grüne Farbe, die an außerirdische Kreaturen erinnert, und seinen fruchtig-süßen Geschmack. Er ist der perfekte Begleiter, um die bizarre Schönheit der Giger Bar in deinem eigenen Zuhause zu feiern. Aber Vorsicht: So verführerisch er auch schmeckt, er hat es in sich!

Dein Weg zur Giger Bar
Die H. R. Giger Bar befindet sich im Kalchbühl-Center, etwas außerhalb der Altstadt von Chur, ist aber hervorragend mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Die Schweiz ist bekannt für ihr ausgezeichnetes Bahn- und Busnetz und Chur – immerhin die älteste Stadt der Schweiz – bildet hier keine Ausnahme. Chur selbst ist ein wichtiger Bahnknotenpunkt in Graubünden und von allen größeren Schweizer Städten aus gut zu erreichen.
Ganz gleich, ob du aus Zürich, Basel, Bern oder einer anderen Schweizer Stadt kommst, die Anreise ist bequem und stressfrei. Vom Bahnhof Chur aus erreichst du die Bar entweder mit dem Bus oder zu Fuß. Nimm einfach den Bus Nummer 11 Richtung Kalchbühl oder nutze Google Maps. Ein Tagestrip in die Giger Bar lässt sich also wunderbar mit einem Besuch der charmanten Churer Altstadt verbinden.
Adresse
H. R. Giger Bar
Comercialstrasse 23
7000 Chur
Schweiz
www.giger-bar.ch
Öffnungszeiten
Montag bis Mittwoch: 8:15 bis 19:00 Uhr
Donnerstag und Freitag: 8:00 bis 20:00 Uhr
Samstag: 8:15 bis 17:00 Uhr
Sonntag: geschlossen
Die Lage im Churer Kalchbühl-Center macht den Weg zur Bar für Ortsunkundige bereits zu einem kleinen Abenteuer. Doch keine Sorge, du kannst sie kaum verfehlen, denn ihr einzigartiges Erscheinungsbild sticht hervor, sobald du in ihre Nähe kommst.
Sissis Resümee
Die H. R. Giger Bar in Chur ist ein Gesamtkunstwerk, ein Ort, der die Grenzen zwischen Kunst, Architektur und Fantasie verschwimmen lässt. Sie ist ein Muss für alle Fans von H. R. Giger und der Alien-Filmreihe, für Liebhaber des Außergewöhnlichen und für alle, die eine wirklich einzigartige Erfahrung suchen.
Es ist ein Ort, der dich herausfordert, der dich in seinen Bann zieht und der dich mit einer Fülle von Eindrücken zurücklässt. Die Liebe zum Detail, die konsequente Umsetzung der biomechanischen Ästhetik und die unnachahmliche Atmosphäre machen jeden Besuch zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Ich kann dir nur wärmstens empfehlen, diese einzigartige Bar selbst zu besuchen und dich von ihrer Magie verzaubern zu lassen. Und wenn du dort bist, grüße doch bitte die charmante Ivanka von mir! Sie mixt nicht nur den besten Alien-Cocktail der Stadt, sondern sorgt mit ihrer herzlichen Art auch dafür, dass du dich in dieser alienesken Umgebung sofort wohlfühlst. Danke, Ivanka, für die galaktischen Drinks und deine unvergessliche Gastfreundschaft! Ich freue mich schon auf ein Wiedersehen mit dir und deinem süßen Hund.
Auf welche außergewöhnlichen Orte bist du auf deinen Reisen gestoßen, die dich ähnlich fasziniert haben?
Wir sehen uns in der Giger Bar!
XOXO
Sissi
[Redaktioneller Hinweis: Dieser Beitrag wird regelmäßig aktualisiert und ergänzt. Fotos: Sissi St. Croix.]