Eiskalte Surselva
Winter im Berner Oberland. Du bist umgeben von einer grandiosen verschneiten Bergkulisse. Die Luft ist klar und eisig, der Wind fegt über die Gipfel und unter deinen Füßen knirscht der Schnee. Klingt nach einem winterlichen Traum, oder? In der Welt von Regine Imholz neuem Krimi »Eiskalte Surselva« ist diese Postkartenidylle allerdings nur die Kulisse für ein packendes Verbrechen, das dich von der ersten Seite an nicht mehr loslässt. Der Emons Verlag hat mit diesem Buch einen echten Knüller auf den Markt gebracht, der beweist, dass die Schweizer Berge mehr zu bieten haben als Skifahren und Käsefondue.
Was passiert, wenn die malerische Stille der Bündner Alpen jäh zerbricht? Wenn zwei junge Frauen in einem Schneesturm verschwinden und kurz darauf leblos unter dem längsten Baumwipfelpfad der Welt, dem Senda dil Dragun, gefunden werden? War es ein tragischer Unfall, ein Doppelselbstmord oder gar ein kaltblütiger Mord?
Diese Fragen treiben nicht nur die beiden Ermittler, den erfahrenen Cumissari Matti Coray und seine energische Kollegin Katja Kurtz um, sondern auch uns als Leser. Die Suche nach der Wahrheit wird durch das unerbittliche Wetter und die isolierte Umgebung zu einer wahren Herausforderung, bei der jeder Hinweis wie ein Schneekristall in der Hand schmilzt.
Genau das macht den Reiz von »Eiskalte Surselva« aus. Regine Imholz gelingt es, die atemberaubende Natur der Bündner Berge nicht nur als bloße Kulisse zu nutzen, sondern sie zu einem integralen Bestandteil der Geschichte zu machen. Die tief verschneite Surselva wird zum Labyrinth, in dem sich Matti und Katja mühsam vorantasten, während sie mit den Geheimnissen und Abgründen der Dorfgemeinschaft konfrontiert werden. Es ist eine packende Jagd, die von einem unaufhaltsamen Tempo angetrieben wird und dich mit unerwarteten Wendungen bis zum überraschenden Finale mitreißt.
Mörderjagd im Schneelabyrinth
Der Charme von »Eiskalte Surselva« liegt in der gekonnten Mischung aus klassischer Polizeiarbeit und der atmosphärischen Dichte eines nordischen Krimis, der hier kurzerhand in die Schweizer Alpen verpflanzt wurde.
Sympathisch: Cumissari Matti Coray ist kein übermenschlicher Held. Er ist ein bodenständiger Ermittler mit Ecken und Kanten, der seine Region und ihre Eigenheiten kennt. Gemeinsam mit der pragmatischen Katja Kurtz bildet er ein dynamisches Duo, dessen Dialoge so scharf sind wie der Wind, der durch die Täler fegt. Sie arbeiten sich nicht nur durch die Spuren am Tatort, sondern auch durch das Geflecht aus Lügen und Geheimnissen, das die Dorfbewohner umgibt.
Was als scheinbar klarer Fall beginnt, entpuppt sich schnell als ein komplexes Puzzle. Jeder Befragte hat etwas zu verbergen und die scheinbare Ruhe der kleinen Gemeinde wird von einem Netz aus alten Feindschaften, unerwiderter Liebe und dunklen Machenschaften durchzogen.
Regine Imholz besitzt ein feines Gespür für die menschliche Psyche und lässt ihre Charaktere lebendig werden, sodass man mitfiebert, wer die nächste falsche Fährte legt und wer am Ende die Maske fallen lässt. Die packende Mörderjagd wird durch die atemberaubende Naturkulisse verstärkt, welche die Enge und die Isolation der Situation spürbar macht. Die Leserinnen und Leser werden quasi selbst zu Ermittlern, suchen nach versteckten Hinweisen in den Schneemassen und versuchen, die Puzzleteile zusammenzufügen.
Also genau das, was ich von einem spannenden Kriminalroman erwarte.
Doch Vorsicht: Wer glaubt, den Täter schon früh zu kennen, wird sich irren! »Eiskalte Surselva« ist kein vorhersehbarer Krimi. Die Autorin spielt mit den Erwartungen und führt uns auf verschneite Irrwege, bevor sie die überraschende Wahrheit offenbart.
Der Aufbau des Romans ist präzise wie ein Schweizer Uhrwerk: Jede Szene, jedes Detail fügt sich nahtlos in das Gesamtbild ein. Die Spannung steigt stetig an, die Seiten fliegen nur so dahin, bis man atemlos die letzte Seite umblättert und sich fragt, ob man nicht selbst Opfer einer Täuschung geworden ist …
»Die Körper waren einander zugewandt, als würden sie sich ansehen. Schnee lag wie eine dicke Puderschicht über ihnen und verlieh den beiden Gestalten etwas Verlorenes, etwas Kaltes.«
Aus: Eiskalte Surselva
Das Buch auf einen Blick

Bibliografische Angaben
Titel: Eiskalte Surselva (Kriminalroman)
Taschenbuch: 240 Seiten
Verlag: Emons Verlag
Erscheinungsdatum: 22. Oktober 2024 (Originalausgabe)
Sprache: Deutsch
Format: 13,4 x 2,0 x 21,0 Zentimeter
ISBN-10: 3740822252
ISBN-13: 978-3-7408-2225-5
Preis: EUR 15,00 [D] | 15,50 EUR [AT] | um die CHF 22,90 [CH]
Über die Autorin
Regine Imholz, geboren 1958, arbeitete rund 20 Jahre lang bei der Flugsicherung Skyguide am Flughafen Zürich. Parallel dazu schrieb sie Reportagen für die »Zürichsee-Zeitung«, für die sie später als Journalistin/Redaktorin tätig war. Nach neun Jahren wagte sie den Sprung in die Selbstständigkeit und schrieb als freie Journalistin für diverse Magazine und Zeitungen.
Seit einigen Jahren hat sie sich als Autorin ausschließlich dem Schreiben von Krimis zugewandt. Sie lebt mit Mann und Hund am Walensee sowie in den Bündner Bergen, die für sie zu einer zweiten Heimat geworden sind.
Sissis Resümee
Man merkt auf jeder Seite, dass die Autorin eine Herzensbündnerin ist – nicht ohne Grund hat sie mit »Eiskalte Surselva« ihren nunmehr dritten Roman verfasst, dessen Handlung in Graubünden spielt. Für mich ist ihr Roman »Eiskalte Surselva« ein literarisches Erlebnis, das die Schönheit und die Gefahren der Bündner Bergwelt in einem fesselnden Plot vereint. Nicht, dass man mich seit dem letzten Jahr noch überzeugen müsste, Graubünden zu lieben! Und ich gestehe gern, dass es Regionalkrimis mit viel Lokalkolorit wie dieser sind, die es mir als Zugereiste erleichtern, mich in der neuen Heimat einzuleben.
- Lesetipp für Graubünden-Freunde: Bündner Alptraum
Der Roman von Regine Imholz überzeugt durch seine Originalität und die meisterhafte Erzählkunst. Er zeigt, dass ein Schweizer Krimi nicht auf Klischees zurückgreifen muss, um international mithalten zu können. Das Buch hat das Zeug, die Bestsellerlisten zu stürmen und die Herzen der Leser im Sturm zu erobern. Es ist eine Hommage an die Schweizer Berge und zugleich eine düstere Geschichte über menschliche Abgründe.
Wer gute Kriminalromane mag, die neben einer spannenden Handlung auch eine starke Atmosphäre und tiefgründige Charaktere bieten, kommt an diesem Buch nicht vorbei. Es ist der perfekte Begleiter für kalte Winterabende, am besten eingemummelt in eine Decke mit einer Tasse heißer Schokolade in der Hand.
Also, gönne dir diesen fesselnden Kriminalroman aus dem Emons Verlag und lass dich in die eiskalte Surselva entführen! Du wirst es nicht bereuen. Aber sei gewarnt: Nach der Lektüre wirst du die nächste Wanderung im Schnee mit ganz anderen Augen betrachten …
Wir sehen uns in Graubünden!
XOXO
Sissi
[Produktempfehlungen erfolgen rein redaktionell und unabhängig. Alle Preisangaben ohne Gewähr. Produktverfügbarkeiten und Preise können im DACH-Raum variieren. Quelle: Emons Verlag und eigenes Lesevergnügen. Artikelbild: Kanton Graubünden, Schweiz; Foto kuratiert von Mario via Adobe Stock.]