Bezaubernde Berg-Aster
Astern gehören zu den beliebtesten Gartenpflanzen, nicht zuletzt auch, weil sie spät in der Saison noch blühen. Das ist auch bei unserer Pflanze des Monats der Fall: Die Berg-Aster (Aster amellus) zeigt bis weit in den Oktober hinein ihre sehr hübschen gelb-violetten Blüten. Während die meisten Gartenastern aus Nordamerika stammen, ist die kleinere Berg-Aster ebenso in Mitteleuropa heimisch.
In unseren Breitengraden wächst sie vor allem auf kalkhaltigen Böden – ihr zweiter Name »Kalk-Aster« gibt uns einen Hinweis darauf. In Deutschland finden wir sie vor allem im südlichen Landesteil, vereinzelt aber auch an den Oderhängen. Dort steht sie meist in voller Sonne auf eher kargen und sogenannten skelettreichen Böden. »Skelettreich« bedeutet, dass Kies und Stein zu einem hohem Anteil in diesen Böden zu finden sind.
Die Berg-Aster im Steckbrief
| Pflanzenfamilie: | Korbblütler (Asteraceae) |
| Trivialnamen: | Kalk-Aster, Wäld Katrengeblom, Schartenwurtz, Sternkraut, Stierauge |
| Einheimische Wildpflanze: | ja |
| Duftpflanze: | ja |
| Wuchstyp: | mehrjährig |
| Wuchshöhe: | 30 bis 60 Zentimeter |
| Wuchseigenschaften: | aufrecht, horstbildend |
| Blütenfarbe: | violett |
| Blütezeit: | Juli bis Oktober |
| Blatteigenschaften: | sommergrün, lanzettliche rauhaarige Blätter |
| Lichtbedarf: | sonnig, vollsonnig, halbschattig |
| Bodenart: | humos, kiesig, gerne kalkhaltig |
| Bodenfeuchte: | trocken, mäßig trocken, frisch, wechselfeucht/wechseltrocken |
| Nährstoffbedarf: | sehr nährstoffarm, eher nährstoffarm, mäßig nährstoffreich |
| Höhenstufe: | kollin, montan |
| Zier- & Nutzwert: | Blütenschmuck, Nektar- und Pollenpflanze, Wildgemüse |
| Giftigkeit: | nicht giftig |
| Gartenstil: | Bauerngarten, Duftgarten, Insektengarten |
| Verwendung: | Gruppenpflanzung, Magerwiesen, Pflanzgefäße, trockene Rabatten |
Nutzen für die Insektenwelt
Durch ihre späte Blüte wird die Berg-Aster von Bienen, Fliegen, Faltern und Käfern gut besucht. Als typischer Korbblütler gewährt sie ihren Besuchern freien Zugang zu Nektar und Pollen. Nach der Blüte bildet sie Samen mit einem Pappus, einem kleinen Fallschirm, der ihr bei der Verbreitung durch den Wind hilft. An ihren Landeplätzen keimen die Samen in aller Regel gut.
So fühlt sich die Berg-Aster bei dir wohl
Im Garten und auf dem Südbalkon passt die Berg-Aster gut in steinige Flächen. Hier lassen sich die buschigen, bei uns im Thurgau meist 40 bis 50 Zentimeter hohen Horste auch teilen, um sie zu vermehren. Aber Achtung: Der beste Termin hierfür ist das zeitige Frühjahr! Im Herbst lassen wir die Pflanze besser in Ruhe, da sie dann empfindlich reagiert und mit Ausfällen zu rechnen ist. Dies gilt auch für Pflanzungen, die im Frühjahr besser gelingen. Also die Berg-Aster am besten schon jetzt auf den Wunschzettel für die Gartenplanung 2026 schreiben, wenn dir dieser hübsche Spätsommerblüher gefällt!
Auf normalem Gartenboden wächst die Pflanze ebenfalls und dort sogar üppiger, was jedoch auf Kosten ihrer Langlebigkeit geht. Darüber hinaus eignet sie sich auch als Dachbegrünung, sofern das Substrat mindestens rund 30 Zentimeter Höhe aufweist. In allen Fällen bietet sie selbst im Winterhalbjahr eine schöne Struktur. Wer also späte Farbtupfer in den Garten bringen möchte, ist mit der Berg-Aster gut beraten.
Gute Pflanzpartner sind beispielsweise die Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris), der Quendel (Thymus pulegioides) oder auch die Ästige Graslilie (Anthericum ramosum). Auch in Gesellschaft von Besenheide (Calluna vulgaris), Purpurglöckchen (Heuchera) oder Veilchen (Viola) macht sich die Berg-Aster sehr hübsch.
Sissis Resümee
Ein schmucker Spätblüher, der unsere Landschaften und Gärten in den letzten Zügen des Sommers mit seiner Schönheit beschenkt: das ist die Berg-Aster. Mit ihren leuchtenden violetten Blüten ist sie ein echter Blickfang, der sich stilvoll in sonnige Hänge, Felslandschaften und lichte Waldränder einfügt.
Aber Schönheit allein macht noch keine Heldin der Natur! Die Berg-Aster hat weit mehr zu bieten und ist eine lebenswichtige Futterquelle mit hohem Nektarwert für eine Vielzahl von Insekten. Vier Falterarten sind sogar gänzlich von ihr abhängig: der Astern-Mönchn (Cucullia asteris), der Goldruten-Blütenspanner (Eupithecia virgaureata) und die Bergaster-Sackträgermotten (Coleophora), die sie als Raupenfutter benötigen.
Weil die Berg-Aster so spät blüht, wird sie zur unverzichtbaren »Tankstelle« und ist oft die letzte große Nahrungsquelle für hungrige Bienen, Hummeln und Schmetterlinge, bevor der Winter naht. Mit ihr in deinem Garten ermöglichst du vielen Insekten einen stilvollen Abschluss der Saison und bietest ihnen die nötige Energie für die kalte Jahreszeit.
Wir sehen uns im Garten!
XOXO
Sissi
[Quelle: Markus Schmidt für die Stiftung für Mensch und Umwelt und eigene Recherche. Anmerkung der Redaktion: Der Steckbrief der Berg-Aster erschien erstmals am 12. Januar 2025 in der Reihe »Thurgauer Wildpflanzen« in unserem Magazin. Die Serie wird aktuell überarbeitet, sodass wir die beiden Artikel zusammengeführt haben. Artikelbild: Berg-Aster (Aster amellus) in Kraichgau, Deutschland, fotografiert von Michael Linnenbach, CC BY-SA 4.0.]